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Nach meinen Gesprächen mit Walser, Wellershoff und Genscher habe ich mich immer wieder gefragt, wie so eine überzeugende Verdrängung möglich ist. NSDAP? Nein, da habe ich nie unterschrieben…

Heute auf Seite 1 der SZ habe ich die Antwort gefunden: es ist der Hippocampus, der wie ein Regisseur die Erinnerung inszeniert, bis sie eine schlüssige Geschichte ergibt. In dem Artikel “Fälschungen am laufenden Band” von Katrin Blawat wird der Psychologe Anthony Gruenwald zitiert, der das autobiographische Gedächtnis  mit einem Diktator vergleicht: “Unliebsame Wahrheiten zerstöre es skrupellos, um die Geschichte abschließend neu zu schreiben – nun aber vom Standpunkt des Siegers aus”.

Das erklärt, warum meine Gesprächspartner tatsächlich zu glauben schienen, dass ihre NSDAP-Mitgliedskarten im Bundesarchiv bedeutungslos seien. Es passt einfach nicht zur bruchlosen eigenen Siegesgeschichte, dass man vor dem Untergang 1945 bei einer Sache mitgemacht hatte, deren Überwindung man sein Leben und Wirken nach 1945 gewidmet hatte. 

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Weihnachten im Kongo

Während ich wieder unter dem Weihnachtsbaum sitze, operieren Freiwillige aus 40 Nationen auf dem Lazarettschiff “Africa Mercy” weiter Patienten im Kongo. Sie geben ihnen ihr Augenlicht wieder, ihr Gesicht (Tumor-OPs), ihr Selbstwertgefühl. Seit August 2013 haben sie über 10.000 Patienten behandelt.

Jaka (GNC17107), runs down the hallway with Courtney Waldron (USA), physical therapist, with arms spread wide, a new found freedom after the burn contracture on her left arm was released

Deshalb habe ich diese Weihnachten an Mercy Ships gespendet, über die ich neulich im SZ-Magazin berichtet habe. Das Geld kommt direkt den Kranken zugute, denn denn die Ärzte und Mannschaften auf der “Africa Mercy” arbeiten nicht nur kostenlos, sie zahlen auch selbst für Anreise und Unterhalt.

Ich finde das bewundernswert und möchte die Arbeit von Mercy Ships deswegen mehr unterstützen als nur mit Worten. Wer das auch so sieht, kann hier spenden:

Mercy Ships Deutschland e.V.Raiffeisenbank Singoldtal
Konto: 915 440
BLZ: 701 694 13
IBAN: DE52 7016 9413 0000 9154 40

Die Reportage im SZ-Magazin kann man hier nachlesen.

 

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Die Hafenstadt Pointe Noire an der Küste des Kongo lebt vom Ölexport, der einige im Land reich gemacht hat. Auf der staubigen Hauptstrasse steht das glitzernde Atlantic Palace Hotel, eine Pizza kostet hier soviel wie in Paris und am Eingang begrüßen einen beidseitig Poster mit dem Konterfei des Präsidenten Denis Sassou-Nguesso, dessen Familie ihre Finger beim Betrieb der monströsen Herberge im Spiel hat.

Nichts für uns. Lieber schräg gegenüber in das Cafe “La Citronnelle”, wo sich abends die Mittelschicht von Pointe Noire an Eis und Macarons labt. Die Damen (es sind Damen) aufgebrezelt in bunten Kleidern, ein, zwei, drei Kinder auf dem Arm und an der Hand. Im Gegensatz zur protzigen Stille im Hotel herrscht hier ein schöner Trubel und die Menschen sind nett zueinander.

CongoWeb-1

Das ist also der Kongo, das Herz der Finsternis in Westafrika ist nicht so dunkel wie anderswo. Aber den Eliten geht es ja bekanntlich auch im letzten Dreckloch immer noch besser als dem Rest. Der Arzt Gary Parker erzählte mir, er habe hier Leute kennen gelernt, die für den Zahnarztbesuch nach Paris fliegen.  Die Mehrheit der Bevölkerung im Kongo hat keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Um die kümmert sich Gary Parker auf dem Lazarettschiff “Africa Mercy”, das zur Zeit hier vor Anker liegt.

Seit die “Africa Mercy” im Kongo vor Anker liegt, wurden bereits 8615 Patienten kostenlos behandelt. Ein Segen für die Leidenden, die oft von ihrer Gemeinschaft verstoßen werden, weil ihre Krankheit als Teufelsfluch gesehen wird. Dann leiden und sterben sie heimlich.

Vom Kapitän über die Ärzte und Schwestern bis zum Maschinenschlosser und Matrosen – alle arbeiten  nicht nur kostenlos auf der Africa Mercy.  Sie zahlen auch selbst für Reise und Unterkunft, so daß alle Spendengelder direkt für die Behandlung der Kranken eingesetzt werden können.  Über 400 Freiwillige aus mehr als 30 verschiedenen Nationen sind an Bord, und man merkt, dass ihr Engagement eine Herzenssache ist. Letztes Jahr bekam eine Patientin Blut von acht Crewmitgliedern. Unter den Freiwilligen sind auch Deutsche – von der Abiturientin Jana Pauly aus München bis zum Kieferorthopäden Lür Köper aus Bremen.

Der Fotograf Matthias Ziegler und ich waren eine Woche im Kongo und haben uns die Arbeit von Mercy Ships an Bord und an Land angesehen. Meine Reportage mit Bildern von Matthias erscheint heute im  SZ-Magazin.  Dazu habe ich einen kurzen Film gedreht, der in der iPad-App des SZ-Magazins zu sehen ist und demnächst mit dem Text auf der Website des SZ-Magazins. Die Bilder auf meiner Website sind von mir.

CongoWeb-1-2

Wer in Deutschland spenden will, kann das auf dieses Konto tun:

Mercy Ships Deutschland e.V.
Raiffeisenbank Singoldtal
Konto: 915 440
BLZ: 701 694 13
IBAN: DE52 7016 9413 0000 9154 40
BIC: GENODEF1HUA

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Die Flakhelfer

Flakhelfer-Cover

Malte Herwig, Die Flakhelfer. Wie aus Hitlers jüngsten Parteimitgliedern

Deutschlands führende Demokraten wurdenDVA, 320 Seiten, €22,99

Flakhelfer – das waren Jugendliche vor allem der Jahrgänge 1926 bis 1928, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs noch eingezogen wurden, um die Niederlage NS-Deutschlands weiter hinauszuzögern. Manch ein führender Kopf der Bundesrepublik Deutschland, der dieser Generation angehört, wurde in jungen Jahren als NSDAP-Mitglied geführt. Viele haben das verschwiegen oder vergessen, verleugnet oder verdrängt. Malte Herwig hat die 1945 auf abenteuerliche Weise gerettete Mitgliederkartei der Nazi-Partei gründlich gesichtet und ist auf viele bekannte Namen gestoßen. Herwig erzählt die Geschichte einer schuldlos schuldigen Verstrickung mit der NS-Vergangenheit, in der so bedeutende Persönlichkeiten wie Horst Ehmke, Erhard Eppler, Iring Fetscher, Hans-Dietrich Genscher, Günter Grass, Hans Werner Henze, Walter Jens, Siegfried Lenz, Erich Loest, Hermann Lübbe, Niklas Luhmann, Dieter Wellershoff und andere besonders engagierte Demokraten eine zentrale Rolle spielen. Dabei entsteht das aufregende Bild einer von Widersprüchen zerrissenen Generation.

 

Vorabmeldung:

“Brisantes Material: Regierung verzögerte Rückgabe von NS-Akten” , DER SPIEGEL

Pressestimmen:

Es gibt überflüssige Bücher sowie Kann- und Muss-Bücher. Malte Herwigs Studie ist ein Muss-Buch  - Thomas Schmid, Die Welt

Eine sehr informative und wohltuend differenzierte Studie –  Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Er fordert die Wahrheit, ohne anzuklagen – das macht die Qualität seines Buches aus - Alexandra SenfftDIE ZEIT

Es ist Malte Herwigs Verdienst, “Hitlers jüngsten Parteimitgliedern” in seinem hervorragend, mitunter beinahe literarisch geschriebenen Buch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen… Fast hinter jeden Satz im Abschlusskapitel “Das Ende der Geschichte” gehört ein Ausrufungszeichen und der Kommentar “Wie wahr!” - Sven Felix Kellerhoff, Die Welt

eine hochspannende Psycho-Kultur-Geschichte dieses Landes - Nürnberger Zeitung

Malte Herwig hat die Büchse der Pandora geöffnet Haaretz

Ein aufschlussreiches Buch! - ARD “titel, thesen, temperamente”

Außerordentlich lesenswert! - WDR 5 „Scala“

“…the biggest postwar cover-up imaginable, it went all the way to the top of the state”    The Daily Beast, USA

Die Interpretationen Herwigs sind stimmig und mit Virtuosität vorgebracht  - Lothar Struck,  Glanz und Elend

Auf die notorische Frage nach dem Warum des Schweigens bietet er eine faszinierende Antwort. Was die Schriftsteller Grass und Walser betrifft, weist der gelernte Literaturwissenschaftler nach, dass sie sehr wohl und laut “geredet” haben, aber hinter ihrem eigenen Rücken und nur in ihrer Kunst Deutschlandradio Kultur

...eine gelungene, gut geschriebene, aufwändig recherchierte Reportage   Saarbrücker Zeitung

Ein lesenswertes Buch rbb Kulturradio

Spannende Geschichte   Der Tagesspiegel

Fernsehen:

ZDF heute journal über “Die Flakhelfer”

ARD Beitrag über Malte Herwig und “Die Flakhelfer”

ORF Interview mit Malte Herwig über “Die Flakhelfer”

titel thesen temperamente/ARD (Artikel)

WestART (WDR)

Bücherjournal< (NDR)

Lesezeichen (BR)

Videotrailer:

Buchtrailer zu Malte Herwig Die Flakhelfer DVA:

Radio:

Andruck (Rezension, Deutschlandfunk), 13.05.2013

Resonanzen (Life-Gespräch, WDR 3), 14.5.2013

Scala (Interview, WDR 5), 16.5. 2013

Kulturgespräch (SWR 2), 29.5.2013 (anhören)

Bücherjournal (NDR), 29.5.2013

Redaktionskonferenz (Deutschlandradio Wissen), 29.5.2013

Lesestoff (rbb Kulturradio), 29.5.2013

Radiofeuilleton (Deutschlandradio Kultur), 29.5.2013 (anhören)

Fidelio (HR2 Kultur), 7.6.2013

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Hitler und die Deutschen – das war von Anfang an die Geschichte einer unheimlichen Faszination. Die törichte Verehrung des erfolgreichsten deutschen Hasspredigers mag sich nach jahrzehntelangem volkspädagogischem Bemühen bei den meisten Deutschen in aufgeklärte Abscheu verkehrt haben. Aber ganz sicher kann man da nie sein.

Als die Kuratoren des Deutschen Historischen Museums vor zwei Jahren eine Ausstellung über „Hitler und die Deutschen“ zeigten, rannte ihnen das Publikum in Berlin Mitte  die Türen ein. Man hatte lange nicht gesehene Exponate aus den dunkelsten Ecken des Museumsdepots gekramt: Nazi-Nippes, der mal groß in Mode gewesen war,  Untertassen mit SS-Runen, Führer-Kartenspiel und Hakenkreuzlampions. Die vorzüglich kuratierte Schau stellte der Führer-Faszination die Verbrechen gegenüber, zu denen sich die Deutschen durch Hitler hatten anstiften lassen.

Doch ganz geheuer war die Sache auch den Ausstellungsmachern nicht. Im Interview mit dem „stern“ erklärte Kuratorin Simone Erpel, warum Hitlers Dinner-Jacket nicht zu sehen war:

„Solche Berührungsreliquien bergen die Gefahr eines Führerkults. Auch wenn Hitler so etwas nur einmal angezogen hat. Es soll aber Distanz zwischen Besuchern und Hitler gewahrt bleiben. Auch das angebliche Schädelfragment Hitlers aus Moskau zeigen wir nicht. Das würde ja auch nichts zum Erkenntnisgewinn beitragen“

Fünfundsechzig Jahre Vergangenheitsbewältigung hin oder her, anscheinend steht noch heute zu befürchten, daß in Sachen Hitler bei den Deutschen die böse Faszination stärker wirken könnte als der volkspädagogische Erkenntnisgewinn. Continue Reading »

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Wie die Passionsspiele in Oberammergau: Der Handke-Biograf Malte Herwig regt an, “Immer noch Sturm” regelmäßig als Open Air auf dem Jaunfeld zu spielen

KLEINE ZEITUNG: Sie haben die Aufführung so aufmerksam verfolgt – bedauern Sie, dass Sie nicht auch als Kritiker bei “Immer noch Sturm” waren?

MALTE HERWIG: Bedauern? Nein, ich bin ja kein leitender Angestellter der Handke-Industrie. Ich habe den Text von Peter Handke als erster Kritiker vor einem Jahr in der “Zeit” besprochen. Die Biografie war meine private Entscheidung und eine sehr schöne Arbeit. Bedauern würde ich, nicht zur Aufführung gegangen zu sein. Sie war zu lang, das ist klar. Man hätte kürzen müssen, vor allem den Monolog am Ende. Aber ansonsten fand ich sie sehr gut, eine wundervolle Hommage mit wundervollen Darstellern. Dass Peter Handke zum Schlussapplaus auf die Bühne kam, war wie ein Ritterschlag für die Inszenierung von Dimiter Gotscheff.

Peter Handke greift in seinem Stück Kärntner Geschichte auf, zeigt die Slowenen als Verlierer, geht auf die Leistung der Kärntner Partisanen ein. Der Monolog am Ende klingt phasenweise wie eine Regierungserklärung.

HERWIG: Ich glaube, dass das Tragische am öffentlichen Schriftsteller Peter Handke wäre, wenn so etwas wie sein Besuch beim Begräbnis von Milosevic cdazu führt, dass jeder Kolumnist aufschreit und ihn niederschimpft. Wenn er aber ins schwarze Herz der österreichischen Geschichtsvergessenheit zielt, klatschen die Leute beifällig, lassen die politische Botschaft aber an sich vorbeigehen. Ich glaube, mit diesem Stück zielt Handke auch in dieses politische schwarze Herz. Deswegen fand ich den Aufführungsort nicht ideal. Es hätte entweder das Burgtheater sein müssen, in der Hauptstadt von Österreich, dem Zentrum. Oder das Jaunfeld. Aber Thomas Oberender hat dem Stück mit einem tollen Rahmenprogramm das bestmögliche Exil in Salzburg geschaffen. Mich würde sehr interessieren, wie die Reaktion in Kärnten ist. Continue Reading »

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Der ehemalige RAF-Terrorist Horst Mahler hat mit mir über seine Kontakte zum DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gesprochen. Das Gespräch fand in derJustizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel statt, wo Mahler eine mehrjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt.

In der gegenwärtigen Aufregung um Mahlers angebliche Stasi-Tätigkeit traf es sich gut, daß ich mich bereits seit längerem für die seltsame Wendung einiger Achtundsechziger von ganz links (SDS/APO/RAF) nach ganz rechts (rechts von der NPD) interessierte und mit vielen Zeitzeugen gesprochen hatte.

Als ich Mahler traf, kannte ich seine IM-Vorlaufakte beim MfS aus den frühen 60er Jahren und habe ihn gezielt nach seinen Stasi-Kontakten gefragt. Die Frage, warum das MfS sich für ihn interessiert habe, beantwortet er so: „Also, ich glaube schon, dass die sich gedacht haben, aus mir könnte mal was werden, und dann ist es schon interessant, da den Finger drauf zu haben.“

Außerdem habe ich mit  dem Dutschke-Weggefährten und einstigen APO-Theoretiker Bernd Rabehl über seine Hinwendung zur NPD gesprochen. Daraus ist so etwas wie ein Reportage-Essay geworden über deutsche Revolutionäre im Rentenalter (den Kalauer vom Un-Ruhestand ersparen wir uns, auch wenn er nicht so fern liegt).  Der  Text ”Zwei links, zwei rechts. Wie Deutschlands Linke rechts wurden” erscheint am 11. August 2011 im ZEITmagazin.

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Morgen veröffentlicht der stern meine Geschichte  über die NSDAP-Mitgliedschaften führender Köpfe der Bundesrepublik. Von Generalbundesanwalt Kurt Rebmann über Kinderbuchautor James Krüß und Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann bis hin zu dem Politologen Iring Fetscher und Ex-Außenminister Genscher entfaltet sich ein Panorama der jüngsten deutschen Geschichte.
Die Recherchen haben Jahre gedauert, da ich nicht einfach Namen mal eben schnell als Sensationsmeldung rausgeben wollte. Daß der Schriftsteller Erich Loest als Jugendlicher NSDAP-Mitglied gewesen war, hatte ich bereits vor geraumer Zeit herausgefunden. Aber ich wollte mich intensiv mit der Biographie und den Schriften der Betroffenen beschäftigen und persönlich mit ihnen sprechen, um zu verstehen, warum sie damals von der NSDAP als Mitglieder geführt wurden.
So kam es, daß Erich Loests NSDAP-Mitgliedschaft schon im Februar bekannt wurde, als sein Tagebuch erschien. Darin erwähnt er, daß ihm das Bundesarchiv aufgrund einer journalistischen Anfrage seine NSDAP-Mitgliedschaft mitgeteilt hatte. Loest kommentierte die Notiz im Tagebuch: “Mal sehen, ob und was der fündige Journalist daraus macht”.Als ich Loest im März in Leipzig besuchte, empfing er mich schmunzelnd mit den Worten:  ”Sie sind also der Bösewicht”. Es war der Beginn eines langen und freundlichen Gesprächs.

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It seems almost perverse to assume that the US, the nation with the most advanced cyberforce on earth, would not be able to infiltrate and bring down a web operation such as Wikileaks if it wanted to. Yet, the brief DDOS attacks the Wikileaks website has suffered since publishing the documents amount to nothing more than a slap on the wrist.

Among the embarrassment the release of hundreds of thousands of US diplomatic cables on Wikileaks has caused the US government, it is easy to overlook one rather useful consequence for White House diplomacy: America’s worst foes, Iran and North Korea, are made to look rather isolated with Arab states castigating Iran and China criticizing Pyongyang. Mind you: this information will not be read worldwide as  ”axis of evil” style White House propaganda, but as something much closer to the truth since, it is assumed, the US government didn’t want to let the world know about these classified documents. As a result of Wikileaks publishing the secret US cables, Iran and North Korea now look more isolated among their neighbours and even allies than ever.

Is this really an unintended consequence, or could the release of the documents be the result of US intelligence deliberately feeding Private Manning, Wikileak’s supposed source, a parcel of information with a few surprises hidden inside: Information that is supposed to look superficially embarrassing to the US and therefore genuine, but that actually does far more insidious damage to the reputation of America’s enemies?

You could almost call it Diplomacy 3.0.

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Über Etappenjournalismus

Wenn im Kulturjournalismus Meinung mehr zählt als Recherche, bleibt die Qualität auf der Strecke

Kulturjournalisten sind ein buntes Völkchen: Vom Kunstkritiker über den Interviewer und Blogger bis zum in diesem Ressort eher seltenen Reporter spiegeln sie die Vielfalt des Journalismus wider. Nur einen Typus findet man eher  selten: den hartnäckigen Rechercheur, der selber rausgeht und wochen-, gar monatelang an einer Kulturgeschichte recherchiert.

Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens gilt in der Kunstkritik traditionell die Meinung, das ästhetische Urteil, mehr als Fakten und Akten (wie Stefan Aust es zu nennen pflegt). Ausnahmen wie Stasi- oder Securitate-Akten – etwa  im Fall Oskar Pastior -  bestätigen die Regel. Aber auch solche Enthüllungen beruhen in den seltensten Fällen auf hausinternen Recherchen der Zeitungen, sondern werden von außen an sie herangetragen. Zweitens sitzen in den meisten durch Kostendruck zusammengeschrumpften Redaktionen nur noch wenige, chronisch überlastete Redakteure, die keine Zeit mehr für lange Recherchen haben und sich darauf konzentrieren, Ereignisse (Neuerscheinungen, Konzerte, Auftritte, “Debatten”) zu dokumentieren, kommentieren und einzuordnen.

So sieht die Welt da draußen aus: Journalist im "Raum der Neuigkeiten"

Keine Frage: solche Redakteure versehen eine wichtige und nützliche Aufgabe. Problematisch wird es, wenn sich die Etappenjournalisten mit denjenigen verwechseln, die nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen und kluge Ideen haben, sondern, um mit Montaigne zu sprechen, immer ihre Stiefel tragen und bereit sind, draußen in der wilden weiten Welt Neues zu entdecken.

Nur so scheint erklärbar, warum ein gestandener Feuilletonist wie Lothar Müller von der Süddeutschen Zeitung schon mal Gerüchte mit Fakten verwechselt und jene im Nachhinein zu diesen erklärt. Am 31. Oktober erklärte Müller das im Konkurrenzblatt FAZ berichtete Treffen von Handke und  Karadzic lässig zu einer längst bekannten Tatsache aus dem Jahr 2008, und viele plapperten es nach. War es nicht mal die Aufgabe von Journalisten, Gerüchten nachzugehen,  die Betroffenen zu befragen und so Fakten von Fiktionen zu sondieren? Daß weder die Süddeutsche Zeitung noch irgendein anderes Blatt vor dem Vorabdruck der Biographie  das von Norbert Gstrein gestreute Gerücht auch nur wahrgenommen und über diese nicht ganz uninteressante Begegnung zwischen Serbenführer und Schriftsteller berichtet hat, scheint Müllers journalistisches Selbstbewußtsein nicht anzufechten. Continue Reading »

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