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Hollywood ist nichts dagegen: In Nordkorea herrscht ein  beispielloser Filmkult, und der »liebe Führer« Kim Jong Il führt überall Regie. Ein Besuch im größten Kino der Welt 

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Der große Feldherr auf seinem Hügel, Bügelfalten, scharf wie Offizierssäbel.  Zu seinen Füßen tobt die Schlacht. Ihn scheint das Blutvergießen nicht zu berühren. Entrückt steht er da, den Blick in weite Fernen gerichtet –  ein Bild an der Wand des Filmmuseums in Pjöngjang, meterhoch, es erzählt von den Dreharbeiten zu einem Revolutionsepos. Denn Feldherr Kim ist ein besessener Regisseur. Statisten, Kameraleute und Beleuchter sind seine Soldaten

Es ist ein warmer Herbsttag in Pjöngjang. In der Bar des Yanggakdo-Hotels sitzt der Filmregisseur Jang In Hak und schüttet Kaffee in sich hinein, als müsse er gleich noch drei Episoden von Desperate Housewives abdrehen. Auf so eine Idee käme er natürlich nie. Jang In Hak ist wie jeder Nordkoreaner ein guter Kommunist. Die Filme hier heißen Eine Azalee im Feindesland oder Fünf Guerilla-Brüder. Mit Hollywood hat das so viel zu tun wie der Bolschewismus mit Beate Uhse. 

Oder ist alles ganz anders? 

»Steven Spielberg ist mein Lieblingsregisseur«, sagt der 58-Jährige, zündet sich eine neue Zigarette an und streicht seinen schwarzen Anzug glatt, an dessen Revers der obligatorische Kim-Il-Sung-Button prangt. Zehn Filme hat er gedreht, sein letzter war ein Riesenerfolg: Acht Millionen haben Schoolgirl’s Diary gesehen, ein Drittel der nordkoreanischen Bevölkerung. Seitdem ist Jang In Hak ein gefragter Mann. Natürlich ist er stolz auf seine Erfolge. Schoolgirl’s Diary schaffte es 2006 sogar nach Cannes auf das Filmfestival und hat einen französischen Vertrieb gefunden. 

Ein Filmfestival hat auch Pjöngjang – eine rare Gelegenheit, in das isolierte Land einzureisen und jetzt mit seinem Starregisseur an der Bar zu plaudern. Mit seiner lockeren Art und der nach hinten geföhnten pechschwarzen Haartolle möchte man Jang fast cool nennen. Doch er weiß, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat: »Jeder liebt das Kino, aber niemand liebt es so sehr wie der liebe Führer General Kim Jong Il.« Der liebe Führer sei nämlich nicht nur ein großer Förderer der Filmwirtschaft, sagt Jang und blickt zufrieden auf den überquellenden Aschenbecher. Er sei auch selbst ein genialer Filmemacher. 

Soll der Westen doch glauben, dass sich in Nordkorea alles um Atombomben und Hungersnöte dreht. Tatsächlich hat Alleinherrscher Kim Jong Il längst eine Wunderwaffe entwickelt, gegen die kein Atomwaffensperrvertrag etwas ausrichten kann. Sie macht Nordkorea zu dem unbesiegbaren und reichen Land, von dessen Erfolgen an jedem Gebäude, jeder Straßenecke riesige Poster künden. 

Die Wunderwaffe ist Kims Kino. 

Denn Kim Jong Ils Nordkorea ist kein Operettenstaat, wie manchmal gesagt wird – es ist ein Filmstaat. Kein Film kommt ins Kino, den der liebe Führer nicht gesehen und gutgeheißen hat. Ohne Kino, das hat Kim früh erkannt, keine Revolution. Und ohne Revolution kein Kim. Schon früh sah Nordkoreas kommunistischer Kronprinz im Kino die Chance, sich als Nachfolger seines Vaters, des Staatsgründers Kim Il Sung, zu empfehlen. Der Senior schrieb Revolutionsepen – der Junior sorgte dafür, dass sie verfilmt wurden. Der Vater beglückte das Volk mit seiner »Juche«-Philosophie, einer Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, der Sohn veranlasste, dass die Ideologie, deren oberste Maxime lautet: »Wir vertrauen auf unsere eigene Kraft«, in jedem Kino des Landes verbreitet wurde. So kam die Revolution ins koreanische Kino, und Kim Jong Il, Autor eines Buches über die Filmkunst, war ihr Anführer. 

Und mehr als das: Kim Jong Il organisierte sein Land wie ein einziges gigantisches Filmstudio. »So wie es bei Sieg oder Niederlage in einer Schlacht auf die militärische Führungskunst des Befehlshabers ankommt«, räsoniert der Kino-Clausewitz in seinem Buch, »so hängt das Schicksal eines Films von der Führungskunst des Regisseurs ab.« Seine Set-Besuche gleichen Truppeninspektionen. Seit dem Ende des Koreakriegs 1953 hat das Land keinen bewaffneten Konflikt erlebt. Und doch ist seine Volksarmee, gemessen an der Einwohnerzahl, die größte Armee der Welt. Sie hat sogar ein eigenes Filmstudio, das immer neue Soldatenepen produziert. Tagein, tagaus finden in der Albtraumfabrik die Gemetzel des Koreakriegs aufs Neue statt wie in einer Endlosschleife. 

Die Welt als Kino und Vorstellung? Ja, sagt Suk-Young Kim, Filmwissenschaftlerin an der University of California, Kim Jong Il regiere mithilfe von Filmen. Die Psychologen des südkoreanischen Geheimdienstes gehen noch weiter. Sie halten den Diktator eher für einen Künstlertypen als für einen Staatsmann. 

Sollen sich Inspekteure der Atomenergiekommission ruhig für den Reaktor in Yongbyon interessieren – ein Besuch in Kims Filmstudios verspricht kaum weniger Spannung. Über eine Million Quadratmeter erstreckt sich die 1947 gegründete Filmstadt am Rande Pjöngjangs. Am Eingang ihres Filmmuseums listet eine Tafel über 500 Besuche auf, die Kim Jong Il den Studios seit 1964 abgestattet hat, um seine berühmten »Vor-Ort-Anweisungen« zu geben. Ein Stockwerk höher sind Hunderte Requisiten ausgestellt, die Kim den Studios geschenkt oder bei einem seiner Besuche gesehen hat. Schminkkästen, Kameras, Spazierstöcke – was er berührt, wird sofort zur Reliquie. In einer Vitrine liegt die Pistole, die der liebe Führer einmal zu Dreharbeiten mitbrachte. 

Natürlich, Jean-Luc Godard: »Für einen Film brauchst du nur einen Revolver und ein Mädchen.« 

Aber wo ist das Mädchen? Ist es Kim Sun, die mit dem Gast aus Deutschland durch die Kulissen des Studios wandert, ein herzliches Lächeln hat und immer das Victory-Zeichen macht, wenn er sie fotografiert? Sie spielt die Hauptrolle im neuesten nordkoreanischen Film Drachen, die im Himmel fliegen – der Geschichte einer Marathonläuferin, die ihre Sportkarriere aufgibt, um Dutzende Waisenkinder aufzunehmen. 

Es ist der einzige neue Film aus Nordkorea, der auf dem Festival von Pjöngjang gezeigt wird. Die Darsteller mühen sich redlich, aber Schnitt und Drehbuch sind so verworren wie die Moral am Ende: »Haltet den Himmel blau mit euren Waffen. Der blaue Himmel meines Landes ist die Brust des Generals.« 

Die kommunistische Coda macht den Film endgültig zur unfreiwilligen Satire. Und doch schimmern Wahrheiten durch: Wieso gibt es so viele Waisenkinder im angeblich prosperierenden Land? Sie haben ihre Eltern in der Hungerkatastrophe des letzten Jahrzehnts verloren, die nie beim Namen genannt wird – das dürfte auch dem naivsten Nordkoreaner klar sein, der mit hungerndem Magen sein Kolchoskino aufsucht. 

In der weitläufigen Kulissenstadt reiht sich ein Straßenzug an den nächsten – dekadente südkoreanische Städte neben Pagoden aus der mittelalterlichen Koryo-Periode. Die Häuser sind alle aus Stein und begehbar. »Keine Kulissen wie in Hollywood«, sagt die Führerin stolz. 

Das Kinohafte bleibt, auch nach Verlassen des Studios. Pjöngjang selbst wirkt wie eine gigantische Kulisse. Die im Krieg völlig zerstörte Stadt wurde von Kim Il Sung als sozialistisches Utopia neu gebaut, für ihn. Sein Sohn Kim Jong Il, der auch ein Buch über Architektur verfasste, schenkte ihm zu runden Geburtstagen gern Monumentalbauten: einen Triumphbogen, der den von Paris übertrumpft, zum Beispiel, außerdem den 170 Meter hohen Juche-Turm, eine Art nordkoreanische Freiheitsstatue. Die Hauptstadt ist voll von solchen Imponierkulissen. Das Ryugyong-Hotel, eine pyramidenförmige Bauruine, die einmal 3000 Zimmer und sieben Drehrestaurants beherbergen sollte, ragt wie ein ausgeraubtes Pharaonengrab in den Himmel über Pjöngjang. 

Auf den Kreuzungen drehen sich zackige Politessen wie Ballerinen in einer Spieldose. Tanzende Kinder im Mangyongdae-Palast vollführen ihre Pirouetten mit militärischer Präzision. In jedem Raum eine andere Jugendgruppe. Singen, musizieren, sticken sie nur für uns? Was ist wahr und was inszeniert? Im Kino stellt man solche Fragen nicht. 

Auf den Boden des Kim-Il-Sung-Platzes im Zentrum hat man zehntausend kleine Kreuze gemalt. Kims Komparsen wissen, wo sie bei Paraden für den lieben Führer zu stehen haben. Die Stadt – eine Bühne, auf der der große Regisseur seine Macht in Szene setzt. 

Die Stadt ist nie, was sie zu sein scheint. Auch dem westlichen Klischee widerspricht sie: Nein, Pjöngjang ist nicht zappenduster. Pjöngjang leuchtet in der Nacht – jedenfalls die Skyline am Ufer. Die Russen haben Öl geliefert, heißt es. Baulärm dröhnt, Schweißbrenner blitzen aus nachtgraue Gebäudegerippen. 

Doch außerhalb des Zentrums liegen die Straßenzüge im Dunkeln, nur vereinzelt leuchten Laternen. Beim verbotenen nächtlichen Spaziergang durch die fahl schimmernden Prunkstraßen im Zentrum sieht man an der Fassade des Bahnhofs das gleißende Grinsen Kim Il Sungs. Ein blinder Oberleitungsbus kriecht lichtlos die Allee entlang. In einem dunklen Hauseingang lehnt ein Mann neben seinem Bündel Weizen. Fußgänger gehen in kleinen Gruppen mit Taschenlampen am Straßenrand. Wenn in Kims Kino die Scheinwerfer ausgehen, wirkt die Stadt wie ein Filmnegativ. 

Das internationale Filmfest wird seit 1987 alle zwei Jahre in Pjöngjang veranstaltet. Es begann als »Filmfestival blockfreier Staaten und anderer Entwicklungsländer«. Dann war der Kalte Krieg zu Ende, allerorten brach die politische Tauzeit aus. Der Warschauer Pakt löste sich auf, die Sowjetunion zerfiel, Deutschland wurde wiedervereinigt, nur Korea blieb geteilt. Zur selben Zeit, in der sein demokratischer Süden einen rasanten Wirtschaftsaufschwung erlebte, litt der ländliche Norden unter Naturkatastrophen und Hungersnöten. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen starben seit den neunziger Jahren eine Million Menschen an den Folgen. 

Während der Hunger wütete, ließ Kim Jong Il seine Regisseure weiter drehen. Natürlich filmten sie nicht den Hunger, sondern das Essen. Die Spielfilme zeigen zufriedene, hart arbeitende Genossen, die dem lieben Führer für seine Sorge und Umsicht danken. 

Auch Jang In Hak – der Regisseur, der Spielberg liebt – drehte 1997 einen Film. Essen gibt es darin reichlich, Hunger ist kein Thema in diesem Arbeiterepos, das ein Jahr später auf dem Filmfestival in Pjöngjang mit Preisen überhäuft wurde. Der Filmtitel aber entbehrt nicht der Ironie. Er lautet: Ich selbst in der fernen Zukunft

Während sich Nordkorea mit Atombombenversuchen international isolierte, öffnete sich das Filmfestival jedes Mal etwas mehr. Seit einigen Jahren gibt es auch britische, französische und deutsche Filme im Programm. »Die Deutschen gehören zu den fleißigsten Teilnehmern«, sagt Ryom Mi Hwa, Managerin der Korean Film Export & Import Corporation, »allein dieses Jahr haben sich über 100 deutsche Filme beim Festival beworben.« Wenn sich etwas tut im nordkoreanischen Kino, dann ist das auch ihr zu verdanken. Regelmäßig reist die umtriebige Koreanerin auf Filmfestivals und knüpft internationale Kontakte. 

Sophie Scholl und Der Untergang wurden beim letzten Festival stürmisch gefeiert, Napola gewann den Hauptpreis als bester Film. In Pjöngjang kommt jeder mal an die Reihe. 2006 war der Jurypräsident ein Deutscher. Diesmal ist es ein Chinese, und der chinesische Kriegsfilm Assembly gewinnt die Trophäe. »Die Menschen hier lieben patriotische Filme, in denen die Liebe zu unserem Vaterland zum Ausdruck kommt«, sagt Ryom, »und sie lieben historische Stoffe.« 

Also hat die vom Goethe-Institut in Seoul organisierte Delegation auch dieses Jahr ein paar Filme über das »Dritte Reich« mitgebracht. Stefan Ruzowitzkys Die Fälscher und Robert Thalheims Am Ende kommen Touristen laufen vor ausverkauften Häusern. In einem Land, dessen Bewohner seit Jahrzehnten völlig von der Außenwelt isoliert sind, ist dieses Programm ein großes Ereignis. Es gibt kein Internet, und die Fernsehgeräte empfangen nur den staatlichen Kanal. Der sendet rund um die Uhr farbstichige Kriegsdramen, kommunistische Komödien und lehrreiche Dokumentarfilme wie Beifuß-Reiskuchen – nationale Speise. Ab und zu verkündet eine halssteife Nachrichtenmoderatorin mit dröhnender Stimme, welche Hühnerfarm der liebe Führer gerade besichtigt und mit seinen VorOrt-Anleitungen beglückt hat. 

Ja, der liebe Führer ist beschäftigt. Zum Festival hat er seinen Kultusminister geschickt, der die Gäste warnt, die Filme dürften nicht »das gesunde Volksempfinden beeinträchtigen«. Zur Sicherheit steht neben dem Filmprojektor im Kino ein Mann mit einem Pappschild, das er in Notfällen einfach vor die Linse hält. Zensur auf Nordkoreanisch: einfach, aber wirkungsvoll. 

Dem Volk scheint das egal zu sein. Vor jeder Filmvorführung bilden sich Menschentrauben, vor dem Festivalhaus herrscht Volksfeststimmung. Der größte Saal fasst 2000 Menschen und ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Besucher werden über Lautsprecher angehalten, ihren Abfall mitzunehmen und nicht die Plätze zu wechseln. Niemand muss hier daran erinnert werden, sein Handy auszuschalten, denn Handys sind in Nordkorea verboten. Alle ausländischen Besucher müssen sie am Flughafen abgeben und bekommen sie erst bei der Ausreise wieder. 

Der Film beginnt. Marcus Rosenmüllers Komödie Schwere Jungs ist nicht gerade sozialistisches Sonntagnachmittagsprogramm: Mit Bier gedopte bayerische Bobfahrer fressen sich ihr Kampfgewicht für die olympischen Winterspiele von 1952 an. Ein Außerirdischer im Politbüro würde weniger Aufsehen erregen. Im Publikum: große Augen, offene Münder, schüchternes Kichern. Als dann noch der Zensor an der Linse seinen Auftritt verpasst, ist das Publikum nicht mehr zu halten. Er hat sein Feigenblatt zu spät parat, auf der Leinwand steigen gerade ein paar nackte Bayern auf die Waage – der Saal bebt vor Gelächter. In Deutschland mag Rosenmüllers Film eine harmlose Komödie sein. Hier ist er eine Sensation. 

Natürlich kann man es auch anders sehen. »Es geht um zwei verfeindete Nachbarn, die sich versöhnen und gemeinsam eine olympische Goldmedaille gewinnen«, sagt Uwe Kräuter und zwinkert vergnügt. Der deutsche Filmproduzent hat Rosenmüllers Film zum Festival gebracht. Kräuter lebt seit über dreißig Jahren in Peking und weiß, wie man in Asien tickt. Sicherheitshalber stellt die staatliche Nachrichtenagentur tags darauf klar, dass die Filme »aufgrund ihrer wahrheitsgetreuen Schauspielerei und der ausgereiften Kameraführung« geschätzt würden. Vergesst die Nacktszenen, Leute, die Kameraeinstellung war einfach genial! 

Pjöngjang ist nicht Hollywood, aber Nordkorea hat sein eigenes Starsystem. An vielen Ecken der Hauptstadt sieht man Wandgemälde, auf denen berühmte Filmfiguren abgebildet sind. Sogar auf Geldscheine hat Kim Jong Il das Gesicht der Schauspielerin Hong Young Hee drucken lassen, die 1972 das Blumenmädchen in dem gleichnamigen Revolutionsepos spielte. Noch heute kommt keine Biografie über den lieben Führer ohne den Hinweis aus, dass der von ihm produzierte Film auf einem tschechischen Filmfestival mal einen Preis gewann. 

Nach einer Extravorführung des Klassikers für ausländische Gäste schwelgt Hong Young Hee in Erinnerungen an die väterliche Hilfe, die ihr der liebe Führer einst am Set zuteilwerden ließ. »Der große General zeigte mir, wie man Strohschuhe richtig trägt, und gab mir detaillierte Anweisungen zu meinem Spiel, den Kostümen und Requisiten.« Er allein habe sie zum Filmstar gemacht. Dann rauscht sie davon. Diven gibt es nicht nur in Hollywood. 

Pjöngjangs Antwort auf den Walk of Fame ist der »Friedhof der vaterländischen Märtyrer«, wo viele berühmte Filmschaffende des Landes begraben liegen. Ihren ewigen Ruhm verdanken sie alle nur einem: dem lieben Führer. Nur dank der besonderen Fürsorge des Lehrers und Vaters Kamerad Kim Jong Il, so belehrt uns ein Pamphlet mit dem Titel Der große Mann und das Kino, haben es diese gewöhnlichen Filmkünstler geschafft, unsterblich zu werden. Und manchmal hat sie der liebe Führer sogar schon vom Sterben abgehalten, bevor sie unsterblich wurden. Von Wunderheilungen ist die Rede, die Kim Jong Il an todkranken Schauspielern vorgenommen haben soll. 

Auch Dreharbeiten zeigt man uns. In einem Feld steht schüchtern eine Soldatin, von Scheinwerfern umzingelt. Wozu? Niemand weiß, ob die Kameraleute jetzt hier sind, um zu filmen oder beim Filmen gefilmt zu werden. Wieder die Endlosschleife, gemischt aus Wirklichkeit und Fantasie, dieser Kinotraum, in dem Kims Land gefangen ist. 

Weiter oben in einer Strohhütte wird eine bäuerliche Szene gedreht: Eine Handvoll Frauen bereitet Reis zu und wird dabei von Bewachern angefeuert. Ein paar Meter entfernt ein künstlicher Bach, der auf Kommando sprudeln kann. Bauern stehen daneben und warten auf einen Einsatz, der nie kommt. 

Früher produzierten Nordkoreas Studios jährlich ein gutes Dutzend Filme. »Heute machen wir zwei oder drei«, sagt ein Offizieller und fügt im Schutz der Anonymität bedauernd hinzu: »Und die sind nicht besonders gut.« 

Dieser Meinung scheint auch Kim Jong Il zu sein. Er steckte viele Millionen Dollar in die Filmproduktion und scheute auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. Was Filmförderung für ihn heißt, zeigt die Geschichte des Regisseurs Shin Sang Ok. 

Jahrelang saß Shin im Gefängnis, weil er sich den Wünschen des lieben Führers widersetzt hatte. Man zwang ihn, stundenlang mit erhobenen Armen in seiner Zelle oder im Lotussitz zu verharren. Im Winter musste er Schnee schaufeln und wäre beinahe verhungert. Aber Shin überlebte. Und weil er begann, die Werke des lieben Führers zu studieren, und ihm Briefe schrieb, die einsichtig und zerknirscht waren, beschloss dieser endlich, ihm zu vergeben. Der liebe Führer war nicht nur ein gnädiger Herrscher, sondern eben auch ein leidenschaftlicher Filmfan. Kim Jong Il hatte Shin, den berühmtesten Regisseur Südkoreas, mitsamt dessen Frau 1978 entführen lassen, damit sie für ihn Filme machten. 

Nach seiner Freilassung 1983 hat Shin an rund zwanzig Filmen für Kim mitgearbeitet, darunter dem unsterblich trashigen Godzilla-Verschnitt Pulgasari. Erst 1986 gelang dem Paar bei einem Festivalbesuch in Wien die filmreife Flucht in die US-Botschaft. 

Vor drei Jahren, verrät Regisseur Jang In Hak, habe der liebe Führer die wichtigsten Filmleute zum Nachsitzen verdonnert. Sechs Monate lang nächtigen die besten Kameraleute, Drehbuchautoren und Regisseure des Landes in einem Hotel. Sie sehen sich 200 vom lieben Führer persönlich ausgewählte Meisterwerke der Filmkunst an und schreiben ihm Briefe darüber, was sie gelernt haben. Daher rührt Jangs Verehrung für seinen amerikanischen Kollegen Steven Spielberg: »Er hat ein sehr gutes Händchen für die Schauspieler, und seine Filme sind so lebensnah!« 

Denn Kims Kinoleute durften in ihrer Halbjahresklausur nicht nur kommunistische Klassiker sehen, sondern das Beste aus Hollywood: Schindlers Liste, Saving Private Ryan, Braveheart, Troy und – natürlich – Vom Winde verweht. Den hatte schon Joseph Goebbels den Regisseuren im »Dritten Reich« als leuchtendes Beispiel vorführen lassen. 

Schade nur, seufzt Jang, dass der liebe Führer nicht selbst kommen konnte. Truppeninspektion an der Front, Vor-Ort-Anleitungen, man muss das verstehen. Der General ist rastlos und schläft fast nie. Das sagen einem hier alle. 

So einem ist auch der Schlaf der anderen nicht heilig. »Manchmal rief er uns um ein Uhr morgens an und wollte wissen, wie wir die Filme finden«, sagt Jang und nimmt einen herzhaften Schluck Kaffee. Ein Hotel, 80 Filmschaffende, 200 Spielfilme in sechs Monaten und fast jeden Tag ein Anruf des lieben Führers. Was kommt dabei heraus? 

Jangs Kassenschlager Schoolgirl’s Diary erzählt die Geschichte der Abiturientin Suryon, die sich nach ihrem abwesenden Vater sehnt. Gegen pubertäre Gemütsschwankungen kommt selbst die Revolution nicht an, und Suryon ist sauer. Erst als sie erfährt, dass der Vater an einem Forschungsprojekt von nationaler Bedeutung arbeitet, gelobt sie Besserung und schreibt sich an der Technischen Universität ein. 

An welchem mysteriösen Projekt arbeitet der Vater? Der Kinozuschauer erfährt es nicht. Aber kurz nach der Premiere des Films im August 2006 findet der erste Atombombentest in Nordkorea statt. Stelle keine Fragen, und gehorche deinem Vater, lautet die Botschaft von Schoolgirl’s Diary. Wollte der Diktator sein Volk schon einmal auf den Atombombentest vorbereiten? 

Jedenfalls zeigte Kim Jong Il ein ganz besonderes Interesse an der Entstehung des Films und gab Anweisungen, wie einzelne Szenen geschnitten werden sollten. Etwa die Episode, in der Suryons Vater bei einem Fußballturnier trotz zerbrochener Brille ein Tor schießt und seine Mannschaft in letzter Minute zum Sieg führt. 

»Es ist«, sagt Regisseur Jang und blickt aus dem Fenster in die Ferne, »als ob der liebe Führer den Film selbst gemacht hätte.« Wie auf dem gewaltigen Wandbild: Kim, Generalissimus des Kinos. Der Kampf hört nie auf. 

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