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Pjöngjang leuchtet. Jedenfalls die Skyline am Ufer des Taedong-Flusses, die wir nachts von unserem Hotel aus sehen können. Die Russen haben Öl geliefert, heißt es. Von Ferne dringt Baulärm über den Fluss, und Schweißbrenner blitzen aus nachtgrauen Gebäude-Gerippen.

Dahinter ragt das Ryugyong-Hotel, eine pyramidenförmige Bauruine, die einmal 3000 Zimmer und sieben Drehrestaurants beherbergen sollte, wie ein ausgeraubtes Pharaonengrab in den Himmel über Pjöngjang. Selbst diese brachliegende Betonmonstrosität soll zu neuem Leben erweckt werden. Ein ägyptisches Unternehmen – wie passend – will den Bau vollenden.

Kein Zweifel, es tut sich was im Herzen der Finsternis, in dieser Hauptstadt auf der „Achse des Bösen“, zu der die Bush-Regierung das kommunistische Nordkorea zählt. Nordkorea ist ein vom Rest der Welt hermetisch abgeriegeltes Niemandsland. Wer in Hamburger Buchhandlungen nach Reiseführern fragt, erntet Schulterzucken, auch das Reisebüro muss Sonderschichten schieben, um ein Flugticket zu organisieren.


Pjöngjang wirkt auf den ersten Blick wie ein Eisschrank, in dem der Kalte Krieg konserviert wurde. An jeder Straßenecke, jeder Fassade riesige Propagandaslogans, die zur Vernichtung des imperialistischen Klassenfeinds auffordern oder die Vorzüge des koreanischen Kommunismus preisen.

Aber die Stadt ist nie, was man erwartet. Auch dem westlichen Klischee widerspricht sie. Gerade findet hier ein internationales Filmfestival statt, und die feldgraue Stadt macht ein bisschen auf Cannes mit Blaskapellen, rotem Teppich und heimischen Filmstars.

Die Bevölkerung strömt in Scharen in die Kinos, um die ausländischen Filme zu sehen, die hier ausnahmsweise gezeigt werden. Im größten Kinosaal Pjöngjangs amüsieren sich zweitausend lachende Nordkoreaner über Marcus Rosenmüllers Bobfahrer-Komödie „Schwere Jungs“. Einen Haufen saufender bayerischer Bobfahrer, die sich ihr Kampfgewicht für die olympischen Winterspiele von 1952 anfressen – das bekommt man hier nicht alle Tage zu sehen.

In einem Land, dessen Bewohner seit Jahrzehnten völlig von der Außenwelt abgeschlossen sind, sind die fremden Filme eine Sensation. Internet gibt es hier nicht, und Fernsehgeräte sind so eingestellt, dass man auf ihnen nur den staatlichen Kanal empfangen kann.

Das Fernsehen sendet rund um die Uhr farbstichige Kriegsdramen, kommunistische Komödien und lehrreiche Dokumentarfilme wie „Beifuß-Reiskuchen – nationale Speise“. Zwischendurch verkündet eine halssteife Moderatorin mit dröhnender Stimme, welche Hühnerfarm der liebe Führer gerade besichtigt und mit seinen berühmten Vor-Ort-Anleitungen beglückt hat. Im Vergleich dazu war die „Aktuelle Kamera“ Pop.

Wir Ausländer sind im Yanggakdo-Hotel auf einer Insel im Taedong-Fluss untergebracht. Wenn wir nicht im Kino sitzen, werden wir im Bus von einem Kim Il Sung-Monument zum nächsten gefahren. Ausflüge, die nicht auf dem Programm stehen, müssen mindestens einen Tag vorher angemeldet werden. Und selbst dann heißt es oft: „Maybe impossible“ – vielleicht unmöglich.

Gespräche mit Passanten sind tabu. Sie würden uns ohnehin nicht verstehen. Hey Song, meine ständige Begleiterin, spricht dafür umso besseres Englisch. Die 21jährige Studentin hat mich schon am Flughafen abgeholt und wird mich nach zwei Wochen dort wieder ins Flugzeug setzen.

Nie dürfen wir alleine das Hotel verlassen, vor der Einfahrt steht eine Wache. Spaziergänge sind verbotens. Ich versuche, Hey Song mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und verweise auf die Maxime des „großen Führers“ Kim Il Sung, täglich zehntausend Schritte zu tun. Sie blickt mich ungerührt an: „Warum gehst Du dann nicht ums Hotel herum?“

Abends ertränken die Ausländer ihren Hotelkoller in der Bar oder dem Drehrestaurant im 47. Stock. Die Kellnerinnen sind hübsch und das Bier ist gut. Der Schnaps mit der eingelegten Schlange weniger. Im Keller gibt es eine Bowling-Bahn, Billard und einarmige Banditen.

Wir sind nicht allein. Im Aufzug trifft man Japaner und Amerikaner, die angereist sind, um sich die Arirang-Massenspiele anzusehen. Der Klassenfeind bekommt im Reich des Bösen einiges geboten: Rund 100.000 Nordkoreaner wirken an den Massenspielen mit, die zur Zeit jeden Abend im „May Day Stadion“ stattfinden. Es ist das größte Stadion der Welt.

Wer Devisen bringt, ist willkommen. Sogar eine Delegation von 99 Missionaren aus Südkorea logiert im Hotel. Auf der Hoteltoilette verrät einer beiläufig: Auch ein verdecktes Fernsehteam ist dabei, das den Gerüchten um Kim Jong Ils Schlaganfall nachforschen will.

Nordkoreas Diktator hat sich seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken lassen, und die Welt rätselt. Fragt man Nordkoreaner nach Kims Befinden, kommt immer die gleiche Antwort: Der liebe Führer ist beschäftigt. Und wenn es ihn mal nicht mehr gibt, wer kommt dann? „Was meinst Du?“ fragt Hey Song und schaut mit ausdrucksloser Miene aus dem Fenster. Dieses eine Mal ist sie tatsächlich um eine Antwort verlegen.  

Das im Krieg völlig zerstörte Pjöngjang wurde von Kim Il Sung als sozialistisches Utopia aufgebaut. Oder für ihn gebaut. Sein Sohn Kim Jong Il, der auch ein Buch über Architektur verfasste, schenkte ihm zu runden Geburtstagen gerne Monumentalbauten: Einen Paris übertrumpfenden Triumphbogen etwa oder den 170 Meter hohen Juche-Turm, eine Art nordkoreanische Freiheitsstatue.

Pjöngjang ist voll von solchen poststalinistischen Imponierkulissen. Das „Große Studienhaus des Volkes“ etwa mit seinen angeblich 30 Millionen Büchern, darunter allein 12.000 von Kim Jong Il verfasste Traktate über Architektur, Philosophie und Kunst.

Hunderte von Hörsälen hat der marmorne Paukpalast, durch den wir geführt werden. Täglich besuchen ihn 10.000 Studenten, sagt unsere Führerin. Und dass hier 250 Professoren bereitstünden, „falls Fragen sind“. Immerhin: Der Philosophieprofessor, den man uns vorführt, hält aus dem Stegreif eine Vorlesung über die Bedeutung Nietzsches als Überwinder des bürgerlichen Zeitalters. Natürlich, setzt er lächelnd nach, sei Nietzsche nur ein Vorläufer der Juche-Philosophie gewesen, der offiziellen Staatsdoktrin Nordkoreas.

Es geht weiter in einen Saal, in dem sechzig Stereorekorder in Reih und Glied aufgestellt sind. „Zum Studium der Komposition“, sagt die Führerin, legt eine CD ein und drückt auf Wiedergabe.

Dann geschieht ein kleines Wunder. Keine Marschmusik dröhnt aus dem Gerät, sondern die Beatles: „Hey Jude, don’t make it bad, take a sad song and make it better”. Wir schauen uns an: das kann nicht wahr sein. Während zwei Tische weiter ein Student beflissen eine klassische Partitur kopiert, lauschen unsere Begleiterinnen kichernd und mit den Fingern schnipsend Paul McCartney: „For well you know that it’s a fool who plays it cool by making his world a little colder”.

Wie schizophren kann das Leben in einer Diktatur sein, die Gratwanderung zwischen Beatles und Bolschewismus? In einem Staat, dessen Gründer Kim Il Sung wie ein Popstar verehrt wird. 22 Millionen Nordkoreaner tragen das grinsende Konterfei ihres 1994 verstorbenen „ewigen Präsidenten“ in Form kleiner Anstecknadeln auf der Brust, links über dem Herzen.

Das waffenstarrende Land mit der – gemessen an der Einwohnerzahl – größten Armee der Welt ist wahrlich kein Urlaubsziel, aber die staatlichen Souvenirshops führen neben CDs mit Hymnen auf den „lieben Führer“ auch T-Shirts mit dem Aufdruck „See you in Pyongyang“. Als ob Neckermann bald nach Nordkorea käme.

Der Übergang von Realität und Inszenierung ist fließend. Auf den Kreuzungen drehen sich zackige Politessen wie Ballerinas in einer Spieldose. Die tanzenden Kinder im Mangyongdae-Palast vollführen ihre Pirouetten mit militärischer Präzision. In jedem Raum eine andere Jugendgruppe. Singen und musizieren, sticken und spielen sie nur für uns? Was ist wahr und was ist nur gespielt?

Eines Nachts brechen wir aus unserer Hotelburg aus, auf der Suche nach Antworten. Wir fahren mit einem Deutschen, der in Pjöngjang lebt, durch die Stadt. Die Straßenzüge außerhalb des Zentrums liegen im Dunkeln. Nur vereinzelt leuchten Laternen. Im Scheinwerferkegel unseres Wagens sehen wir Fußgänger in kleinen Gruppen mit Taschenlampen am Straßenrand gehen.

Im alten Diplomatenclub feiert die jeunesse dorée und singt Karaoke. Ein 18jähriger Botschaftersohn aus Fernost liegt betrunken auf dem Sofa und wird von seiner Freundin geohrfeigt. Die Stimmung ist gut, er hat Geburtstag,. Viel gibt es nicht zu tun nachts in Pjöngjang.

Ein paar Nächte später schleichen wir zu Fuß durch die fahl schimmernden Prunkstraßen im Zentrum. Hier und da leuchtet eine Laterne und an der Fassade des Bahnhofs das gleißende Grinsen Kim Il Sungs. Ein blinder Oberlinienbus kriecht lichtlos die Allee entlang. In einem dunklen Hauseingang lehnt ein Mann neben seinem Bündel Weizen. Wenn in Nordkorea die Scheinwerfer ausgehen, wirkt die Stadt wie ein Filmnegativ.

Die Menschen in Nordkorea sind arm, aber die Zeit scheint nah, da die Widersprüche zu groß werden. Von Madonna oder Britney Spears haben unsere jungen Begleiterinnen nie gehört, aber sie besitzen die neuesten Digitalkameras und MP3-Player aus China.

An einem Nachmittag führen sie uns in ein Souvenirgeschäft: Koreanisches Kunsthandwerk, Musikinstrumente und Briefmarken mit dem Konterfrei des „lieben Führers“. Alles ist sauber und ordentlich, alles läuft nach Plan. Bis sich ein junger Deutscher aus unserer Reisegruppe kurz entschlossen ans Klavier setzt und zu spielen beginnt: Britney Spears’ „Every Time“ und „November Rain“ von den Guns N’ Roses. Schnell hat sich eine staunende Gruppe um das Klavier versammelt. Schaut man in ihre Gesichter, glaubt man: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis im May Day Stadion von Pjöngjang die Stones auftreten.

[Erschienen 26.01.2009 im Hamburger Abendblatt]

siehe auch:

“In Kims Kino: Eine Reportage aus Nordkoreas Filmwelt”

“Pizza in Pjöngjang” 

 

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