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Peter Handkes neues Stück, bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, ist eine grandiose Selbstdemontage.

Frauen, die lesen, sind gefährlich, heisst es. Aber stimmt das überhaupt? Ist das Lesen nicht ein Echo des Schreibens, das die Männer am liebsten allein und für sich tun? Sind Frau­en in Männertexten nicht immer nur Puppen an den Fäden der Meister? Gefährlich wird es erst, wenn die Frauen sich mit Worten bewaff­nen, wie in Peter Handkes neuem Stück «Bis dass der Tag euch scheidet». Mit der Doppel­premiere von Becketts «Das letzte Band» und Handkes Antwort darauf sorgten Schauspiel­direktor Thomas Oberender und Regisseur Jossi Wieler bei den Salzburger Festspielen für eine wohl einzigartige Konstellation im Welttheater der Geschlechter: Handke hat seinen Frauenmonolog als Echo auf Becketts Stück über den alten, abgehalfterten Schriftsteller Krapp verfasst, der im Alter von 69 Jahren und kurz vor seinem Tod Tonbänder abhört und über die verflossene Liebe zu einer «unbekann­ten Frau» nachsinnt. Ihr gibt Handke nun eine Stimme, und in der ungehaltenen Rede geht sie ziemlich schonungslos mit dem Schriftstel­ler ins Gericht, der tot ist und «hinüber, wie man nur hinüber aussehen kann» – ein Nar­renkönig, ein Versager vor dem zwischen­menschlichen Glück, das sie beide einmal kurz in der Nacht in einem Boot erlebt haben.

Ein Frauenmonolog von einem männlichen Dichter, der nicht nur reizbar, sondern auch ein wortmächtiger Macho ist – kann das gutgehen? Bei den Theatermachern habe es darüber zu­nächst Diskussionen gegeben, verrät Thomas Oberender am Rande der Premiere.

Nachdem der Bananen mampfende Krapp (André Jung) sein letztes Band besprochen hat, öffnet und dreht sich die Bühne und gibt den Blick auf zwei Stelen frei – die Grabmale des Ehepaars. Darauf projiziert laufen Szenen einer Ehe ab. Sie untermalen dezent die Rede der Frau (Nina Kunzendorf) an Krapp, die den zweiten Teil des Abends einnimmt. Zugleich unterlau­fen sie durch klare Rollenteilung ihrenWunsch nach Gleichberechtigung: links eine Frauen-hand, die ein Buch hält, rechts eine auf der Schreibmaschine tippende Männerhand.

Schon Beckett hatte 1975 mit dem Gedanken gespielt, ein Stück über die Frau im Boot zu schreiben. Er tat’s dann doch nicht, und eigent­lich hat auch Handke es nicht getan. Seine Frau gleicht der antiken Nymphe Echo, die im­mer nur das wiedergeben kann, was man zu ihr gesagt hat.Auch bei Handke erfahren wir wenig über die Frau, aber viel über den raumgreifen­den Schriftsteller, dem sie Vorhaltungen macht. Noch ihre Anklage ist ein Nachhall seiner Rede und seines Schweigens. Auch ihr Protest dient dem Nachruhm des Schriftstellers, der sich im­mer als «Weltchampion des taghellen Spiels» gesehen hat, die Frau aber in ihrer zeichenlo­sen Nacht zurücklässt. Was war er für ein Typ, zu Lebzeiten? Ein finster blickender Unglücks­prophet, der schon als Kind um sich herum den «Tempel des Nichtendenwollenden Deutens und Bedeutens» errichtet hatte und fortan da­rin wie in einem Gefängnis sass. Einer, der schon im Schweigen über andere bestimmt und im Reden erst recht: «Mein Platz», klagt die Frau, «war ausschliesslich in deinen Sätzen.»

Kein Zweifel, das ist Handke selbst. Auf die Idee muss man erst mal kommen, so raffiniert und selbstbewusst Kunst und Leben zu verknüp­fen, dass mancher Theaterkritiker noch denkt, hier handele es sich bloss um «Rezeption» oder ähnlich Langweiliges. Denn Handke geht nicht nur mit der oberflächlichen Deutungskunst ins Gericht, sondern auch mit der eigenen Dichterexistenz. Material dazu hat er genug, sowohl in künstlerischer Hinsicht wie auch an verflossenen Lieben. Das Stück ist seiner Frau Sophie Semin gewidmet, und bei der Urauf­führung sass ganz vorne in einer Loge Marie Colbin, die viele Jahre Handkes Geliebte war.

«Bis dass der Tag euch scheidet» ist eine Ab­rechnung des alten Dichters mit sich selbst (Handke ist zwei Jahre jünger als Krapp) und eine schonungslos-grandiose Selbstdemontage des Künstlerseins aus Sicht der Frauen. Versa­gensängste stehen neben der Hoffnung auf Er­lösung. Das für Handke so typische Spielhafte kontrastiert mit der ebenfalls charakteristi­schen Schwermut und Eindringlichkeit. Es geht um nicht weniger als das Schicksal der Kunstverschriebenheit, die den Künstler vom «blühenden Leben» der Frau weg-, aber auch zum Leben hinführen kann.

Während André Jung den alten Krapp mit einer grossartigen physischen Präsenz und spar­samen Gesten erfüllt, nimmt man Nina Kun­zendorfs Frau die Anklägerin nicht ganz ab. Mit ihrer nah am Plauderton plätschernden Rede und den teilweise willkürlich wirkenden Gesten entfacht sie eher ein laues Lüftchen als den Sturm, der durch beide Werke fegt.

Der Sturm: Für Becketts Krapp war Schreiben die «unzerstörbare Verknüpfung bis zu mei­nem letzten Atemzug von Sturm und Nacht mit dem Licht der Erkenntnis und dem Leucht­feuer».Wetterwarnung auch bei Handke: «Fort­dauernder Sturm» heisst es zweimal gegen Ende des Stücks. Das Zitat, eine Regieanwei­sung aus Shakespeares «King Lear», hatte sich Handke bereits vor einem Vierteljahrhundert in sein Notizbuch geschrieben. «Storm Still» lautet auch der Titel seines nächstes Jahr auf die Bühne kommenden grossen Partisanenstücks.

Nein, dieser Dichter hat noch lange nicht vor, in irgendeinen Hafen einzulaufen. In einer Welt von Pfützen sucht der Gefühlsabenteurer Hand­ke die wilde See. Wie schreibt er im Nachwort, Pascal zitierend: «Wir sind eingeschifft.»

Peter Handke: Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2009.

(“Weltwoche” vom 12.08.2009)

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