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Georges Gespenster

Der George-Kreise nach des Meisters Tod – Ulrich Raulff erzählt in seiner Kreisbiografie eine Gespenstergeschichte für Erwachsene

Auch imaginäre Reiche können zerfallen. Bei Stefan George und seinem Kreis kann man den Beginn dieses Zerfalls genau datieren. In den frühen Morgenstunden des 4. Dezember 1933 tut der Dichter seinen letzten Atemzug. Von da an war das von George geschaffene „Dritte Reich“, anders als das ohne Anführungszeichen auskommende Machtgebilde Hitlers, den Jüngern überlassen.

Was dann geschah, beschreibt Ulrich Raulff als ziemlich atemberaubende Geschichte von Korruption und Zwist, als „schmutzige Ideengeschichte“ über den Streit um die Auslegung von Georges Botschaft. Andere Dichter mögen eine Wirkungsgeschichte haben, George hatte ein Nachleben. Die Bezeichnung als „Essay“ ist für ein Buch von mehr als 500 Seiten fast schon sittenwidrig, wäre da nicht der bewundernswert leichte essayistische Stil. Tatsächlich ist Raulffs Werk eine grandiose Art postumer Ideenbiografie.

Mit den „Blättern für die Kunst“ hatte George sich 1892 ein Verkündigungsorgan geschaffen, das sich von vornherein nur an „einen geschlossenen von den mitgliedern geladenen leserkreis“ wandte. Auf seinen vielen Reisen hatte der Dichter einen elitären Zirkel junger Männer um sich geschart, dessen Mitglieder sich über die größtmögliche Nähe zum Meister definierten und darin verausgabten, seine in kleinen Auflagen gedruckten Werke zu rezitieren und zu deuten. Ziel des Kreises war die Bewahrung und Überlieferung der Georgeschen Ideen.

Welche Ideen das genau waren, außer dass sie sich gegen Modern und technische Zivilisation richteten, aber für die “weltschaffende kraft der übergeschlechtlichen liebe” standen –  diese Frage waren unter den Jüngern schon zu Georges Lebzeiten ohne ein klärendes Machtwort des Meisters nur schwer zu beantworten. Diese lyrische Unbestimmtheit mochte den George-Anhänger Claus Graf Schenk von Stauffenberg zum Attentat auf Hitler motiviert haben. Eine eindeutig Ablehnung nationalsozialistischer Ideen aber ließ sich George nie nachweisen. Umso verbissener stritten sich die Jünger nach seinem Tode um die Auslegung der Meisterworte und verfielen schließlich in Schweigen.

Zerstritten wie die Vereinten Nationen

Ein Kreis ohne Zentrum, ein Rad ohne Achse, ein Reich ohne Herrscher? Was passiert da, welche gruppendynamischen und psychologischen Prozesse setzt solch eine Enthauptung frei? Schließlich war, wie Raulff schreibt, der „Kreis“ ein „ungeheures Mobile aus Menschen, Bildern und Ideen, das der Mann im Zentrum, der „Meister“ oder große Uhrmacher, beständig in Fahrt halten und justieren musste“. Wie tickt der Kreis, wenn der Uhrmacher nicht mehr ist?

Für Raulff ist die Geschichte des George-Kreises nach dem 4. Dezember 1933 eine Geschichte des Erlöschens: Rezeptions- als Dekadenzgeschichte. Mit feinem Gespür, reichlich neuem Material und auf der Basis persönlicher Gespräche mit letzten Überlebenden zeichnet er die posthume Geschichte des George-Kreises als fortwirkenden Niedergang, als Tanz der Jünger um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht: „Wie hoch auch immer der Preis an Zwanghaftigkeit, ja Lächerlichkeit war, den sie zu zahlen hatten – gegenüber einem Leben in den Höllen des Gewöhnlichen schien ihnen ihr altes Leben im Fluidum des Außerordentlichen und in der Gewissheit des Erwähltseins vorzuziehen“.

Sie waren schon ein seltsames Häuflein: exzentrisch wie ein englischer Herrenclub, sendungsbewußt wie die Evangelisten, aber zerstritten wie die Vereinten Nationen. In Memoiren und Antimemoiren versuchten Kreismitglieder von Robert Boehringer über Ernst Morwitz bis zu Wolfgang Frommel, das jeweils eigenes Bild des Meisters zu bewahren und zu behaupten.

Die bitter ausgefochtenen Diadochenkämpfe um das Erbe des Dichters führen schließlich fast zu seiner vollständigen Auslöschung. Dieses Gruppenporträt ist also keine Apostelgeschichte, eher eine „Gespenstergeschichte für Erwachsene“ (Aby Warburg).

Dabei entpuppt sich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach und Mitherausgeber der jungen Zeitschrift für Ideengeschichte, als melancholisch-gewitzter Pionier einer neuen Ideengeschichte, die im Verfall Erkenntnis sucht.

Nichts sei interessanter als die Desintegration, denn aus den Epiphänomenen des langsamen Zerfalls lassen sich Rückschlüsse auf die einstige Gestalt des Dahingeschwundenen ziehen. Zerfall als negative Schöpfung. Die langsame Selbstabwicklung der George-Jünger ist für Raulff „vielleicht das größte Kunstwerk Stefan Georges überhaupt“ – in jedem Fall ein „Meisterwerk der Dekomposition“.

Es ist ein gewagter, ein spannender Vorsatz dieser neuen antipostmaterialistischen Ideengeschichte, die den archivalischen Boden der Tatsachen nicht scheut und sich doch mit den Fesseln des Positivismus nicht daran ketten lässt.

Überwintern in Weltbild-Ruinen

Keine leichte Aufgabe. Bis zum Kraftakt von Thomas Karlaufs George-Biografie vor zwei Jahren ist George außerhalb von Doktorandenzirkeln und allerletzten Eingeweihten wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden. Die George-Jünger waren eine sperrige und abseitige Truppe, ihre Memorialliteratur gilt als notorisch unzuverlässig, voller Kolportagen und dem Eigeninteresse verpflichteten Legenden. Auf manchen Dokumenten, wie dem Nachlass von Ernst Morwitz in der New York Public Library, hocken noch immer eifersüchtig wachende Gralshüter. Viele vermeintliche Tatsachen der George-Überlieferung sind oft nur durch einen einzigen Zeugen belegt oder durch widersprüchliche Aussagen für den Historiker nahezu unauflösbar. Hat Stauffenberg vor seiner Hinrichtung das „geheiligte Deutschland“ angerufen? Das „heilige“? Oder gar das „geheime“?

Raulff akzeptiert solche Probleme als gegeben, ohne sie zu leugnen. Er hält „fiktive Tatsachen“ unters Mikroskop und untersucht die Halbwertzeit von Ideen. Während mancher Literaturhistoriker den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, streift er mit der gespannten Gelassenheit des Fährten- und Spurensuchers durch den streng geforsteten Wald der Überlieferung und entfacht mit so manchem Zettelfund ein Feuerwerk.

Dieses Buch haucht wieder Leben ins Nachleben des Stefan George. Es zeigt, wie die dem Erinnerungs-Dienst und Georgeschen Heilsrezepten verpflichtete Lebensweise der Jünger fast notwendig in die politische Obskuranz und gesellschaftliche Isolation führen musste. Waren die Ideen des Kreis-Meisters schon immer esoterischer Exklusivität verpflichtet, so wurden sie in der Nachkriegsgesellschaft endgültig zu ideologischer Bückware, und aus dem geheimen Deutschland wurde ein heimliches. Die postkatastrophale Warenwelt war kaum dazu angetan, George-Jüngern einen angemessenen Lebenswandel zu ermöglichen. Eher muß man, wie Raulff an vielen biographischen Beispielen wie Werner Vordtriede, Georg Picht oder Hellmut Becker detailliert aufzeigt, vom ruinösen Überleben in einer als feindliche empfundenen Geisteswelt sprechen. „Auch in Weltbildruinen lässt sich lange überwintern, und der Staat Georges war eine besonders spektakuläre Ruine: ein failing state, wie man heute sagen würde, der allmählich in dark networks zerfiel“.

Was zählt, ist der Ritus

Beim Stöbern in diesen dunklen Netzwerken fördert Raulff so manches vielsagende Kuriosum zutage: So beobachten wir mit ihm Hermann Speer, den Bruder von Hitlers Rüstungsminister, wie er sich 1949 von einem Spezialisten für Astralanalyse namens Ernst-Günter Paris ein Beziehungshoroskop über den Tag seiner ersten Begegnung mit dem Meister erstellen lässt. Wir stöbern durch den „skurrilen Skulpturenpark“, den Georges Jünger hinterlassen haben (und den Raulff letztes Jahr in Marbach ausstellte). Wir sehen die späten Kreis-Epigonen, die ihre George-Verehrung wie eine tridentinische Messe zelebrieren. Was zählt, ist der Ritus, nicht die Kommunikation. Im Notfall wird geheimnisvoll geschwiegen: „Was sich bei den Epigonen daraus entwickelt, ist ein Schweigen, das den Umschlag von Glauben in Ressentiment begleitet, ein ängstliches, ein verstocktes Schweigen. Den Glauben, den es an die Sprache nicht verraten will, verrät es an die Macht der Ministranten.“

Am Ende erweist sich die langsame Auflösung auch als Erlösung. Die strengen Formen zerfallen und entlassen die Nachkommen der letzten Jünger in ein freieres, zeitgemäßes Leben, das nicht mehr unter dem Diktat der alten Ideen steht. Das Buch endet nicht zufällig im Jahr 1968, dem 100. Geburtstag Georges. Die 55 Jahre vom annus horribilis 1933 bis zum Satyrspiel 1968 markieren zugleich eine entscheidende Epoche der deutschen Ideengeschichte im 20. Jahrhundert. Raulff zeigt, wie sehr diese Epoche durch die offene Ablehnung oder heimliche Verehrung von Georges Ideen geprägt wurde. Seine Kreis-Biografie ist nicht weniger als das erste Meisterstück einer neuen Ideengeschichte.

MALTE HERWIG

(in geänderter Fassung erschienen in: LITERATUREN, Oktober 2009)

Ulrich Raulff, Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben. C.H. Beck, 544 S., €29,90

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