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Die Vandalen sind der Inbegriff der Zerstörungswut. Eine grosse Ausstellung in Karlsruhe und eine Reise auf den Spuren des verrufenen germanischen Stammes nach Nordafrika zeigen jetzt: Die Barbaren lebten erstaunlich zivilisiert und manierlich.

Der Schrecken der alten Römer trägt Pilzkopffrisur und Hose. “Ein waschechter Vandale”, freut sich Harald Siebenmorgen und zeigt auf die Überreste eines großen Jagdmosaiks aus dem Karthago des frühen 6. Jahrhunderts, auf dem der dingfest gemachte Barbar wie ein antiker Superheld mit wehendem Umhang von links nach rechts reitet. Kein Wunder, denkt man sich angesichts des flotten Reiters, daß bereits Plinius der Ältere um 70 nach Christus in seiner Naturgeschichte von den “Vandili”, den “Gewandten, Beweglichen” schrieb.

Der Besuch im Nationalmuseum von Bardo in Tunis ist der Höhepunkt einer Reise auf den Spuren der Vandalen, zu der Siebenmorgen gemeinsam mit dem tunesischen Fremdenverkehrsamt geladen hat. Seit 18 Jahren ist er Direktor des Badischen Landesmuseums, unzählige Male hat er das nordafrikanische Land bereist und bereits vor fünf Jahren dem punischen Feldherrn Hannibal eine große Ausstellung gewidmet. Siebenmorgen, so scheint es, hat ein Faible für antike Bösewichte, am 24. Oktober sind die Vandalen dran. Dann beginnt in Karlsruhe die große Landesausstellung, die sich nicht weniger als die Ehrenrettung des übel beleumundeten germanischen Volksstammes auf die Fahnen geschrieben hat. Denn in jüngster Zeit entdecken Kulturhistoriker und Archäologen an dem verrufenen Barbarenstamm zunehmend zivile Seiten.

Es ist eine aufsehenerregendes Panorama römisch-frühchristlicher und byzantinischer Kultur in Nordafrika, das jetzt zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wird, bevor es 2011 auch in Tunis zu sehen sein wird. Rund 300 Objekte aus Tunesien stellen die Karlsruher aus, darunter die Silberschale des letzten Vandalenkönigs Gelimer sowie die beiden einzigen bekannten vandalischen Bauinschriften: aus der Basilika von Henchir el-Gousset und den Thermen des Gebamund. Zu den zahlreichen Leihgaben aus tunesischen und europäischen Museen kommen anschauliche Rekonstruktionen etwa der vandalenzeitlichen Villa von Sidi Ghrib oder die originalgetreue Kopie des mosaizierten Taufbeckens von Kélibia.

Die Vandalen, das sollen die hier versammelten Fibeln, Ohrringe und Mosaike suggerieren, lebten manierlicher als man bisher vermutete. Statt die römische Kultur zu zerstören, nisteten sie sich darin ein — als Erben nicht nur des Imperiums, sondern auch seiner zivilisatorischen Errungenschaften. Selbst die Plünderung Roms durch die Truppen des Vandalenkönigs Geiserich im Jahr 455 erscheint so als Ausdruck schmeichelhaften Kulturverlangens auf Seiten der Germanen. Es sei den Vandalen, schreibt der Berliner Althistoriker Alexander Demandt im Ausstellungskatalog, nicht um mutwillige Zerstörung gegangen, sondern um die Aneignung von Kulturgut: “Wenn Vandalismus Gewalt gegen Kultur ist, dann ist Kunstraubt kein Vandalismus, vielmehr ein Kompliment für Kultur und allenfalls Gewalt gegen deren Besitzer”. Gewalt gegen Kultur, präzisiert Demandt, solle richtiger “Jakobinismus” heißen. Die geplünderten Römer hätten sich wohl geschmeichelt fühlen sollen.

Dass die Vandalen sprichwörtlich für öffentliches Fehlverhalten und Zerstörungswut wurden, verdankt der Germanenstamm einem welschen Kleriker. 1794 geißelte der Abbé Henri-Baptiste Grégoire im Konvent zu Paris die Zerstörung von Kunstwerken und Büchern durch die Jakobiner als “Vandalismus”. Eine Polemik mit Folgen, gegen die sich das untergegangene Völkchen nun nicht mehr wehren konnte, zumal sich die Vandalen ihren schlechten Ruf auf den ersten Blick nicht zu Unrecht verdient hatten. Allenfalls in der deutschen Nationalbewegung genossen die bärtigen Vorfahren den  zweifelhaften Ruf als “germanisches Heldenvolk” .

Um die Wende zum 5. Jahrhundert machten sie sich unter ihrem König Godegisel von Osteuropa gen Spanien auf, nicht ohne Gallien auf der Durchreise als rauchenden Scheiterhaufen zu hinterlassen, wie ein zeitgenössischer Chronist klagte. Zu der Zeit war das weströmische Reich bereits das, was man heute als “failing state” bezeichnen würde – ein Umstand, der von zahlreichen kriegerischen Barbarenstämmen genutzt wurde, die in Gallien und Spanien einfielen und die bisher dort herrschenden Römer zu Schattenkaisern machten.

Doch auch in Spanien hielt es die rastlosen Reiter nicht lange. Im Jahr 429 wagte der Vandalenkönig Geiserich (425-477) den Sprung nach Afrika und überquerte mit 80 000 Mann die Meerenge von Gibraltar. Die Karlsruher Ausstellung inszeniert das für damalige Zeiten ernome Unternehmen anschaulich mit einem Modell der vandalischen Flotte. Die Landung in Afrika markierte den Anfang einer rund 100 Jahre währenden Zeit der Machtfülle und wirtschaftlichen Blüte des nun entstehenden Vandalenreichs, dessen Stärke Geiserich den Ruf als “König des Landes und des Meeres” eintrug. Die Eroberung von Hippo Regius (431) und Karthago (439) festigten den Ruf der Vandalen als unverwüstlicher Kämpfer. Die römische Oberschicht mochte die Nase rümpfen über die bauernschlauen Barbaren – an Mut und Verwegenheit der Vandalen zweifelten auch ihre Feinde nicht.

Auf dem Höhepunkt ihrer Macht plünderten Geiserichs Truppen im Jahr 455 Rom und nahmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Sogar die vergoldeten Bronzeziegel des Jupitertempels auf dem Kapitol wurden eingesackt und zusammen mit der versklavten römischen Elite nach Afrika verschifft. Nachdem es allen Angriffen standgehalten hatte, wurden die Vandalen 533 so unerwartet wie endgültig von der Armee des oströmischen Kaisers Justinian I. geschlagen, ihr Reich brach wie ein Kartenhaus zusammen und machte neuen Herrschern Platz: Erst Byzanz, dann dem sich ausbreitenden Islam.

Angesichts ihres jähen Endes stellt sich die Frage, wie die zahlenmäßig weit unterlegenen vandalischen Eroberer überhaupt fast hundert Jahre lang über eine mehr als dreißigmal größere römische Provinzbevölkerung herrschen konnten. Die Antwort – und gleichzeitig das Dilemma der Ausstellung – lautet: durch konsequente Assimilation römisch-frühchristlicher Sitten und Gebräuche. Das zeigt zum Beispiel der in Karlsruhe ausgestellte Sarkophag von Lamta, auf dem neben Jagdszenen auch christliche Motive zu erkennen sind. Die Vandalen hingen dem arianischen Glaubensbekenntnis an und verfolgten immer wieder die Anhänger der anderen, nizäisch-römischen Konfession. Allerdings ist den christlichen Bau- und Bildzeugnissen, von denen es in Tunesien eine beeindruckende Fülle gibt, nicht abzulesen, aus welcher Bekenntnisrichtung sie entstanden sind.

Fast scheint es, als hätten sich die Vandalen so nahtlos in die vorgefundene Zivilisation eingepaßt, dass sie unsichtbar wurden. Eine Möglichkeit dazu war die Heirat. Maria zum Beispiel, die Tochter des vandalisch-römischen Heermeisters Stilicho, glänzte mit ihrer intimen Kenntnis römischer und griechischer Autoren. Wie weit es das bildungsbeflissene Vandalenkind im fünften Jahrhundert nach Christus mit seiner humanistischen Mitgift brachte, belegt das Hochzeitsgedicht, in dem der spätantike Dichter Claudian die vornehme Belesenheit der zukünftigen Gattin des weströmischen Kaisers Honorius besingt. Selbst männliche Mitglieder der germanischen Führungsschicht gaben sich dem Studium der antiken Wissenschaften hin. Der Vandalenkönig Thrasamund stand zwar in dem zweifelhaften Ruf, ein mäßig begabter Herrscher gewesen zu sein, brachte es aber als belesener Liebhaber akademischer Studien zu einigem Nachruhm in antiken Quellen.

Ob sie den Luxus oder die Lektüre der Römer übernahmen, die Vandalen scheinen doch vor allem eines geblieben zu sein: neureich in materieller wie kultureller Hinsicht. Auch das beeindruckende spätrömische Silbergeschirr aus Karthago oder der reiche Grabschmuck aus Koudiat Zateur und Douar-ech-Chott, die in der Ausstellung zu sehen sind, zeugen nicht von einer eigenständiger Kulturleistung, sondern der vollständigen Assimilation der romanisierten vandalischen Oberschicht. Die Speisenden oder Begrabenen mögen Vandalen gewesen sein, ihre Utensilien blieben römisch. Anders als die Langobarden und Goten hatten die Vandalen nicht einmal eigene Geschichtsschreiber, die von militärischen oder kulturellen Errungenschaften kündeten.

Sie mögen die Erben eines Imperiums gewesen sein und heutigen U-Bahn-Schmierern zu Unrecht ihren Namen gegeben haben. Allerdings brachten die Vandalen das reiche kulturelle Erbe, das sie angetreten hatten, innerhalb von nur 100 Jahren durch. Kulturell blieb ihr Handeln folgenlos, sie waren nicht mehr als eine Übergangsphase zwischen dem großen Rom und dem mächtigen Islam. Wer heute durch die zahlreichen, von Olivenbäumen und Kakteen gesäumten Ruinenlandschaften Tunesiens wandert, den überkommt leicht die Melancholie der Geschichte. Schäfer ziehen mit ihren Herden durch die verlassenen Hügel im algerisch-tunesischen Grenzland, wo noch heute die Überreste der frühchristlichen Kirche von Henchir el-Gousset neben einer verfallenen antiken Olivenpresse stehen. Ein Junge sitzt auf einem Stein und schaut mit kohleschwarzen Augen in die Landschaft. Das einst so mächtige Reitervolk der Vandalen aber scheint spurlos verschwunden.

MALTE HERWIG

(erschienen in: Weltwoche v. 21.10.2009)

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