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Liebe Eltern höherer Töchter und Söhne, alle mal aufgepaßt: Sie wollen nur das Beste für Ihren Nachwuchs, richtig? Also haben Sie ihr Kind schon früh in einen internationalen Kindergarten gesteckt, es an allen Schulreformen vorbei auf ein altsprachliches Gymnasium bugsiert und auch für das Auslandsjahr in Übersee gesorgt.

Und trotz des etwas verkrampften Versuchs, regierungsamtlich bestellte „Elite-Universitäten“ aus deutschem Grund und Boden zu stampfen, glauben Sie natürlich, daß nur das Studium an einer englischen Kaderschmiede wie Oxford ihrem Nachwuchs eine angemessene Perspektive bietet.

Liebe Eltern höherer Töchter und Söhne, ich kann Sie nur warnen: Lesen Sie keinesfalls Carl von Siemens’ Roman „Kleine Herren“. Verhindern Sie um jeden Preis, daß dieses Buch in die Hände ihrer Kinder gerät. Drohen Sie ihnen notfalls damit, sie zu enterben.

Gewiß, das Buch tarnt sich als Roman. Tatsächlich aber erzählt der deutsche Oxford-Absolvent Carl von Siemens die ungeschminkte Wahrheit über das Leben an der ältesten englischen Universität, und sein Buch sollte wenigstens an besseren deutschen Internaten per Schulordnung verboten werden wie Drogen, selbstgebraute Alkoholika und ungeschützter Sex im Morgengrauen.

Glauben Sie mir, ich habe selbst acht Jahre in Oxford verbracht. Es ist damit wie mit ganz England: Wer als Deutscher lange genug dort lebt, findet schließlich alle Klischees auf wunderbare Weise bestätigt (übrigens auch die über uns Deutsche) – und ist am Ende doch ein anderer Mensch.

Genau davon handelt Carl von Siemens’ feiner Bildungsroman „Kleine Herren“, der mit lässiger Eleganz von den Erfahrungen eines deutschen Studenten in Oxford Ende der achtziger Jahre erzählt.

Als Daniel Groß-Blotekamp, Abkömmling einer honorigen aber zu seinem Leidwesen weder besonders reichen noch adligen deutschen Familie, 1987 sein Studium in Oxford beginnt, kleidet er sich noch zeittypisch deutsch in Bomberjacke und Segelschuhen.

Schon nach wenigen Tagen trägt er nicht nur den Spitznamen „Rattles“, sondern auch englisches Schuhwerk und Tweed-Sakkos in der Hoffnung, Zugang zu den gehobenen Zirkeln der Universität finden. Wie die meisten Deutschen in Oxford versucht Daniel mit allen Mitteln, bloß nicht als Deutscher aufzufallen – und entlarvt sich gerade so als übereifriger und korrekter Anpasser.

„Du kleidest dich auf die falsche Weise richtig“, klärt ihn eine erfahrene deutsche Kommilitonin auf: „Dein schönes Jackett, die Schuhe, das gestreifte Hemd: Das ist alles korrekt, aber es ist falsch, es so zu tragen, alles auf einmal. Das macht hier niemand. Du solltest dich lieber auf die richtige Weise falsch anziehen.“

Wie wahr. Einer meiner Kollegen am Merton College in Oxford trug zu feierlichen Anlässen immer einen Talar, der aussah, als sei schon sein Vater darin 1944 über Frankreich mit dem Fallschirm abgesprungen. Niemals wäre er, übrigens ein hochangesehener Experte in mathematischer Philosophie, auf den Gedanken gekommen, seinen geerbten Fetzen durch einen gekauften Talar zu ersetzen.

Natürlich geht es dabei nicht um Mode, sondern um die alles entscheidenden Distinktionsmerkmale einer jeden Elite: Wer gehört dazu, wer nicht? Wer hat sein Vermögen geerbt, wer hat es nur „gemacht“?

Stereotypen müsse man entweder brechen oder übertreiben, wird Daniel aufgeklärt. Der konventionelle Tabubruch – fadenscheinig-lässige Eleganz im Auftreten und die richtige Wortwahl beim Fluchen (Sexual-, aber keinesfalls Fäkalausdrücke!) – gehört noch heute zu den untrüglichen Kennzeichen der englischen Upper Class.

So wird aus den pikaresken Abenteuern eines Deutschen in Oxford eine Gesellschaftssatire von allgemeiner Gültigkeit. Selten ist das geheime Leben der Elite unterhaltsamer und entlarvender beschrieben worden als in diesem Roman über die fröhlichen, brutalen, sinnlosen und dann wieder großartigen Eskapaden zügelloser Oxford-Zöglinge. Dabei mag es sich heute auch in Oxford um eine Minderheit handeln – aber genau das ist schließlich das entscheidende Merkmal von Eliten: sie bleiben möglichst wenige und möglichst unter sich.

Bald schneidet sich Daniel Löcher in den neu gekauften Bauernpullover, geht im Smoking baden und läßt sich zuletzt auf Adels-Orgien nackt an einer Hundeleine durch schottische Herrenhäuser führen. Hätte Jonathan Swift Goethes Wilhelm Meister geschrieben, so könnte sie aussehen: die Verbindung von englischer Satire und deutschem Bildungsroman.

Denn „Kleine Herren“ hebt sich wohltuend von der biederen Komik ab, deren Traditionslinie sich in der deutschen Spaßgesellschaft von Wilhelm Busch bis in die aktuellen Comedy-Programme der privaten Fernsehsender zieht.

Und natürlich ist das englische Vorurteil Quatsch, die Deutschen hätten keinen Humor. Einer seiner Lehrer hat Rattles über den Unterschied aufgeklärt: „Der deutsche Humor ziele darauf ab, das andere als Opfer darzustellen und zum Sündenbock zu machen, und speise sich deswegen aus Schadenfreude; sein Lachen sei das Zähnefletschen des zum Sprung ansetzenden Tieres. Die Qualität des englischen Humors hingegen hänge von der Fähigkeit ab, das Typische der eigenen Person aus Bescheidenheit auf den Punkt zu bringen“.

Sein lässiger Witz weist Siemens als Absolventen eben dieser Schule angelsächsischen Humors in der Tradition eines Max Beerbohm oder Evelyn Waugh aus, dessen „Wiedersehen mit Brideshead“ (1944) bis heute als Inbegriff des Oxford-Romans gilt.

Doch während Waughs Roman längst zum Klischee erstarrt ist, gelingt Carl von Siemens ein so enthüllender wie verständnisvoller Blick hinter die Kulissen der alten Universität. Er schreibt nicht auf falsche Weise richtig, sondern auf die richtige Weise falsch.

Und das, Ladies and Gentlemen, ist der wahre Skandal und schlimmer als das 4:1 bei der Fußballweltmeisterschaft: Ein Deutscher hat den besten Oxford-Roman geschrieben.

Carl von Siemens, „Kleine Herren: Ein Deutscher in Oxford“, Scherz Verlag, 256 Seiten, 16,95 Euro.

In leicht gekürzter Fassung erschienen am 18. August 2010 in der WELT

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