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Über Etappenjournalismus

Wenn im Kulturjournalismus Meinung mehr zählt als Recherche, bleibt die Qualität auf der Strecke

Kulturjournalisten sind ein buntes Völkchen: Vom Kunstkritiker über den Interviewer und Blogger bis zum in diesem Ressort eher seltenen Reporter spiegeln sie die Vielfalt des Journalismus wider. Nur einen Typus findet man eher  selten: den hartnäckigen Rechercheur, der selber rausgeht und wochen-, gar monatelang an einer Kulturgeschichte recherchiert.

Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens gilt in der Kunstkritik traditionell die Meinung, das ästhetische Urteil, mehr als Fakten und Akten (wie Stefan Aust es zu nennen pflegt). Ausnahmen wie Stasi- oder Securitate-Akten – etwa  im Fall Oskar Pastior –  bestätigen die Regel. Aber auch solche Enthüllungen beruhen in den seltensten Fällen auf hausinternen Recherchen der Zeitungen, sondern werden von außen an sie herangetragen. Zweitens sitzen in den meisten durch Kostendruck zusammengeschrumpften Redaktionen nur noch wenige, chronisch überlastete Redakteure, die keine Zeit mehr für lange Recherchen haben und sich darauf konzentrieren, Ereignisse (Neuerscheinungen, Konzerte, Auftritte, “Debatten”) zu dokumentieren, kommentieren und einzuordnen.

So sieht die Welt da draußen aus: Journalist im "Raum der Neuigkeiten"

Keine Frage: solche Redakteure versehen eine wichtige und nützliche Aufgabe. Problematisch wird es, wenn sich die Etappenjournalisten mit denjenigen verwechseln, die nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen und kluge Ideen haben, sondern, um mit Montaigne zu sprechen, immer ihre Stiefel tragen und bereit sind, draußen in der wilden weiten Welt Neues zu entdecken.

Nur so scheint erklärbar, warum ein gestandener Feuilletonist wie Lothar Müller von der Süddeutschen Zeitung schon mal Gerüchte mit Fakten verwechselt und jene im Nachhinein zu diesen erklärt. Am 31. Oktober erklärte Müller das im Konkurrenzblatt FAZ berichtete Treffen von Handke und  Karadzic lässig zu einer längst bekannten Tatsache aus dem Jahr 2008, und viele plapperten es nach. War es nicht mal die Aufgabe von Journalisten, Gerüchten nachzugehen,  die Betroffenen zu befragen und so Fakten von Fiktionen zu sondieren? Daß weder die Süddeutsche Zeitung noch irgendein anderes Blatt vor dem Vorabdruck der Biographie  das von Norbert Gstrein gestreute Gerücht auch nur wahrgenommen und über diese nicht ganz uninteressante Begegnung zwischen Serbenführer und Schriftsteller berichtet hat, scheint Müllers journalistisches Selbstbewußtsein nicht anzufechten. Continue Reading »

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Der stumme Diener

Den Sprachlosen zur Sprache verhelfen – Peter Handke tut das in vielen seiner Werke, ob es sich wie jüngst um seine toten slowenisch-stämmigen Verwandten in Immer noch Sturm handelt oder Anfang der 80er Jahre um die Kärntner Dorfbewohner, die er in seinem Theaterstück Über die Dörfer sprechen läßt. Den Stummen eine Stimme zu geben,  andere und damit sich selbst aus dem “Stummheitsdruck” zu befreien, ist nicht nur ein großherziges Unterfangen, sondern auch der Grundstein manch großen Werks der Literatur. Was aber, wenn es sich bei diesen Sprachlosen ausgerechnet um Suhrkamp-Lektoren handelt, die bekanntlich zu den sprachbegabtesten Lebewesen überhaupt gehören?

Suhrkamp-Lektor Fellinger (mit Bernhard-Büchern): Stummer Diener

Einige Rezensenten haben kritisiert, daß  Handkes Lektor Raimund Fellinger in der Handke-Biographie nicht zu Wort kommt. “Der Mann also, der Handkes Werk bei Suhrkamp seit Jahrzehnten betreut und mit diesem bestens vertraut ist, hat in dieser Biografie keine Stimme”, klagt etwa Jochen Schimmang im Deutschlandfunk. Auch die FAZ kann sich – ungeachtet der breit dokumentierten Recherchierwut des Biographen, nicht vorstellen, “dass Herwig mit nur einem Suhrkamp-Mitarbeiter über den Autor gesprochen hat, geschweige denn mit Handkes Lektor Raimund Fellinger”. Aus der Tatsache, daß Fellinger nur als “ein Suhrkamp-Angestellter” in der Biographie auftaucht, haben manche den Schluß gezogen, ich hätte gar nicht mit dem Lektor gesprochen, der Handke 1999 auch nach Pale zum Treffen mit Karadzic begleitete und unter Vorzeigung seiner Wanderschuhe später im Verlag und vor Autoren mit diesem Besuch prahlte.

Allerdings werden im Buch nicht nur die Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkewicz sowie ein ehemaliger Mitarbeiter zitiert. Es wird auch ausführlich auf das Verhältnis von Siegfried Unseld und Handke eingegangen und ein langer, unbekannter Brief von 1981 zitiert, in dem Handke mit Unseld und seinen Mitarbeitern abrechnet und ankündigt, den Verlag für immer zu verlassen.

Über all dies hätte ich gerne mit Raimund Fellinger gesprochen. Er ist zwar nicht der einzige Lektor gewesen, der Handkes Werk betreut hat. In den 60er und 70er Jahren kümmerten sich andere um Handkes Texte im Residenz Verlag und bei Suhrkamp. In den darauf folgenden dreißig Jahren trennte sich Handke mehrmals von Fellinger, nur um schließlich doch wieder mit ihm zu arbeiten. Aber Fellinger ist sicher Handkes wichtigster Lektor, weshalb ich ihn mehrmals um ein Gespräch für die Biographie bat.

Während meiner mehrjährigen Recherchen für die Handke-Biographie sind wir uns immer mal wieder begegnet: sei es bei einer Uraufführung in Salzburg, sei es auf dem Kritikerempfang in der Unseld-Villa in Frankfurt. Doch Fellinger war zu keinem Gespräch zu bewegen. Ob er sich als langjähriger Lektor Thomas Bernhards in einem Interessenkonflikt sah, verlagsinternen Streitigkeiten und Zwiste mit Handke eine Rolle spielten oder ob er bereits selbst eine 600seitige Handke-Biographie in der Schublade und nichts zu verschenken hatte – was ihn zu seinem Biographie-Boykott bewegt hat, spielt letztendlich keine Rolle. Es dürfte nicht einmal sein “Eskort-Service” zu Karadzics Hauptquartier sein, dessentwegen ihn jüngst die  ZEIT als Verräter des aufklärerischen Verlagsprogramms scharf attackiert hat. (Warum erst jetzt und nicht schon 2008 in den Feuilletons darüber berichtet wird, wo doch angeblich alle längst von dem Besuch bei Karadzic wußten, ist eines der großen Rätsel des deutschen Literaturbetriebs).

Als ich 2009 im Österreichischen Literaturarchiv unter vielen anderen Dokumenten auch den Briefwechsel zwischen Handke und Fellinger fand und Fellinger noch einmal um ein Gespräch bat, wandte er sich lieber direkt an den Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek und beschwerte sich über meine Recherchen. Ich habe die Korrespondenz zwischen Lektor und Autor seitenlang exzerpiert, doch Fellinger verweigerte seine Zustimmung. War es die natürliche Bescheidenheit des Lektors, der fleißig und höflich im Hintergrund arbeitet als Diener “seiner” Autoren?

Nun ja, kein Mensch muss müssen, ein jeder hat das Recht zu schweigen. Allerdings sollten dann nicht andere dafür verantwortlich gemacht werden, daß im großen Chor seine Stimme fehlt. Ich hätte den Leserinnen und Lesern der Handke-Biographie gerne einen Einblick in diese Werkstattgespräche gegeben.

Doch der Diener blieb stumm.

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Drei Jahre hat Malte Herwig, Literaturwissenschafter und investigativer Journalist, für „Meister der Dämmerung“, seine Biografie über Peter Handke, recherchiert. Welche Überraschungen er erlebte und was er Unbekanntes fand, erzählt er im Interview mit den “Salzburger Nachrichten”. (Interview als pdf zum Download)

SN: Warum haben Sie sich dem Thema Peter Handke gewidmet?

Herwig: Seine Tagebücher, die ich vor drei Jahren als Erster im Original lesen konnte, hatten mich fasziniert. Aus den Tausenden eng beschriebenen Seiten sprach eine Leidenschaft, ja eine Besessenheit, die mich erschütterte. Wie radikal der Mann mit und in und für die Literatur lebt! Mir war klar: Du musst eine Biografie schreiben und dafür alle Quellen ausschöpfen: persönliche Gespräche, Tagebücher, Briefe – ja, sogar beschriebene Servietten und mit Worten beschnitzte Wanderstöcke.

SN: Fanden Sie Unbekanntes?

Herwig: Einen der wichtigsten Funde habe ich erst kurz vor Schluss ausgerechnet vor den Toren meiner Heimatstadt Hamburg gemacht: Dort fand ich durch Recherchen auf Standesämtern und in Telefonbüchern Handkes Halbbruder Heinz Schönemann. Handke hatte nie erwähnt, dass es den gibt. Dieser bescheidene und hilfreiche Mann bewahrte in seiner Scheune einen sensationellen Schatz auf: Briefe, die Handke über Jahrzehnte an den gemeinsamen Vater geschrieben hatte sowie Korrespondenz zwischen Handkes Mutter und seinem leiblichen Vater. Es war meine kürzeste Recherchereise – und eine der lohnendsten! Handkes Briefe an den Vater sind ein literaturhistorischer Schatz, der zum ersten Mal präsentiert wird. Continue Reading »

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Wichtiger als jedes Großfeuilleton ist für Handke die “Kleine Zeitung” in seiner Geburtsheimat Kärnten. Deren Kulturchefin Uschi Loigge hat mich über Serbien, Schnaps und Vertrauen befragt.  (Download als pdf)

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, eine Biographie über Peter Handke zu schreiben?

MALTE HERWIG: Im Dezember 2007 hatte ich das Privileg, als erster Handkes Tagebücher aus den Jahren 1975-1990 im Deutschen Literaturarchiv in Marbach einsehen zu können – noch bevor sie überhaupt katalogisiert waren. Ich hatte dieses faszinierende Rohmaterial vor mir, über 10.000 Seiten, habe drei Tage lang jeweils zehn Stunden wie in einem Rausch gelesen: Was für ein Leben, immer und überall hatte Handke in diese kleinen, abgegriffenen Notizbücher geschrieben. Es war diese Radikalität des Lebens im Schreiben, die mich fasziniert hat und dazu bewog, eine Biographie über ihn zu versuchen.

Wie viel Recherche steckt im „Meister der Dämmerung“? Gab es Themen, bei denen Sie sich – auch im Gespräch mit Handke – die Zähne ausgebissen haben?

HERWIG: Handke hat mich immer wieder – nicht ohne Hintersinn – gefragt: „Haben Sie immer noch nicht aufgegeben? Geht Ihnen das Geld nicht aus?“ Natürlich ist es nicht leicht, so ein Großprojekt als freier Journalist und Autor durchzuziehen. Andererseits war ich dadurch – auch Handke gegenüber – unabhängig und frei. Die Aufgabe des Biographen ist es, das Leben in seinen Höhen und Tiefen zu zeigen und den Verwandlungen zwischen Literatur und Leben nachzuspüren. Handke hat das respektiert und mir vertraut, ohne je eine Kontrolle auszuüben. Ich bin ein diplomatischer, aber als Journalist auch ein hartnäckiger Mensch und habe nicht lockergelassen. Er hat es mir auch nicht leicht gemacht. Dass Handke einen fast gleichaltrigen Halbbruder in Norddeutschland hat, fand ich durch Recherchen im Standesamt von Buxtehude heraus, wo sein leiblicher Vater verstorben war. Dieser Bruder lebte eine halbe Stunde von Hamburg entfernt und war im Besitz von dutzenden unbekannten Briefen, die Handke über Jahrzehnte an den gemeinsamen Vater geschrieben hatte. Es war meine kürzeste Dienstreise – und eine der lohnendsten . . . Continue Reading »

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‎”Ich kann Ihnen versichern: wenn George Bush stirbt, dann gehe ich nicht zum Begräbnis”

(Peter Handke im Gespräch mit Malte Herwig)

Ironie der Geschichte, heute erscheinen sie beide in Buchform: Die Autobiographie eines Ex-Präsidenten der USA, der in der “Morawischen Nacht” einmal als “Gringo Bush” auftaucht. Und Meister der Dämmerung, Malte Herwigs Handke-Biographie

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Dom Pérignon ist kein Agent aus einem John le Carré-Thriller, sondern eine Champagnermarke. Im Oktober habe ich in London ein nicht unamüsantes Gespräch mit Frederick Forsyth, dem Altmeister des Agententhrillers, geführt und dabei eine alte Wettschuld beglichen. Als wir uns vor vier Jahren das letzte Mal trafen, war kurz zuvor in London der russische Ex-Agent Alexander Litwinenko mit radioaktivem Polonium vergiftet worden. Forsyth und ich wetteten, wer dafür verantwortlich war. Forsyth setzte auf den russischen Geheimdienst FSB, mir schien das zu offensichtlich.

Da ich damals für ein deutsches Nachrichtenmagazin aus Hamburg unterwegs war, bestimmte Forsyth großzügig eine Flasche “Dom Pérignon” als Einsatz. Wettschulden sind Ehrenschulden. Als ich Forsyth an unsere Wette erinnerte, rief er amüsiert: “SPIEGEL? It should have been a bottle of Doornkaat!”. Aber ich hatte bereits den  Champagner im Gepäck. Dann sprachen wir über seine Recherchen in der Hamburger Unterwelt, den neuesten Forsyth-Roman Cobra und die Vorliebe mancher Briten für seltsame Sexualpraktiken. Am 31. Oktober in der Welt am Sonntag

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Für Jeanne Moreau war Peter Handke “die Liebe meines Lebens”. So zitiert der Journalist und Literaturwissenschaftler Malte Herwig die französische Schauspielerin in seiner Handke-Biografie „Meister der Dämmerung“ (erscheint am 9. November bei der DVA, München), aus der die „Welt am Sonntag“ heute einen exklusiven Vorabdruck bringt.

Der damals 32-jährige österreichische Dichter und der 14 Jahre ältere Weltstar hatten in den 70er Jahren in Paris eine viel diskutierte Affäre. Für seine Handke-Biografie hat der Autor Malte Herwig als erster die Briefe ausgewertet, die Moreau damals an Handke schickte.

Außerdem habe Moreau 1976 in ihrem Film “Lumière” (“Im Scheinwerferlicht”), bei dem sie auch selbst Regie führte, ihre gescheiterte Beziehung zu Handke verarbeitet, schreibt Herwig. Bruno Granz tritt darin als junger deutscher Schriftsteller auf, dem eine von Moreau gespielte alternde Diva verfällt. “Die Jeanne hat gesagt: ›Du spielst den Peter!” zitiert Herwig den Schweizer Schauspieler.

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Der Dichter und die Frauen: Eine neue Biographie enthüllt Details zur Peter Handkes Affäre mit Jeanne Moreau. Ein exklusiver Vorabdruck

Auf sich allein gestellt ist der Schriftsteller, ein Abenteurer der Innenwelt. Bewaffnet nur mit Stift und Buch zieht er durch die Welt nach seinem Gesetz, dem Gesetz des Schreibens. Ein Schriftstellerleben lang hat Handke mit dem Gesetz gehadert und doch danach gehandelt. So verkündet der Erzähler in der “morawischen Nacht”: “Er hatte als der Schreiber, als der er sich verstand, kein Recht, zugleich mit einer Frau zu sein. Er durfte keiner Frau Mann sein.”

Das schreibt ausgerechnet er, dessen Beziehungen mit schönen, geheimnisvollen Frauen legendär sind. Ob seine Affäre mit Jeanne Moreau, der Grande Dame des französischen Kinos oder sein Ehe zu Sophie Semin: Zuletzt hat sich Handke immer für das Schreiben entschieden und dafür eine Einsamkeit in Kauf genommen, die alles andere als romantisch ist.

In den frühen 70er-Jahren läuft Handke mit Gottfried Kellers Roman “Der grüne Heinrich” durch Paris und landet schließlich in den Armen der Schauspielerin Jeanne Moreau. Die 1928 geborene französische Filmdiva hat bereits mit vielen der berühmtesten Regisseure wie Louis Malle, Michelangelo Antonioni, Orson Welles und François Truffaut gearbeitet. Der junge österreichische Dichter fasziniert sie. Im Januar 1974 steht sie neben Gérard Depardieu und Michael Lonsdale in Handkes “Ritt über den Bodensee” auf der Bühne. Wieder ist es ein Stück für und gegen das Theater, dessen floskelnden Figuren Handke die Namen berühmter Schauspieler gegeben hat. Bei den Proben im Privattheater des Modeschöpfers Pierre Cardin, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Moreau liiert ist, will Handke zunächst nicht dabei sein: “Ich finde es nicht immer gut, wenn der Autor zur Inszenierung seinen Kren dazugibt.” Continue Reading »

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Die Gedichte des Dr. K.

Heute druckt die Frankfurter Allgemeine Zeitung vorab ein Kapitel aus der Handke-Biographie Meister der Dämmerung, die am 9. November bei der DVA erscheint.  Darin geht es um Handkes Treffen im Dezember 1996 mit dem damaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic in Pale. Der Dichter wollte Auskünfte über das Schicksal von Bosniern aus Srebrenica. Was er bekam, waren ein signierter Lyrikband und ein Glas Schnaps. Lesen Sie weiter:

Wenige Tage später reist Handke nach Pale. Der kleine Ort in der Nähe Sarajewos dient während der Präsidentschaft von Radovan Karadžić als Hauptstadt der Republika Srpska innerhalb Bosnien-Herzegowinas.

Im Sommer 1996 hat das Tribunal in Den Haag einen internationalen Haftbefehl gegen den bosnische Serbenführer erlassen, dem Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstöße gegen das Kriegsrecht vorgeworfen werden. Zusammen mit dem serbischen Armeechef Ratko Mladić soll er der Hauptverantwortliche für die Bombardierung Sarajevos im April 1995 und das Massaker an bis zu achttausend Bosniern im Juli 1995 in Srebrenica sein.

Die Bilder von getöteten Kindern in den Leichenhallen von Sarajevo haben auch Handke schockiert. Ja, sie haben ihn rasend gemacht, und seine erste Reaktion ist die Überlegung, »wieso denn nicht endlich einer von uns hier, oder, besser noch, einer von dort, einer aus dem Serbenvolk persönlich, den für so etwas Verantwortlichen, d.h. den bosnischen Serbenhäuptling Radovan Karadžić, vor dem Krieg angeblich Verfasser von Kinderreimen!, vom Leben zum Tode bringe, ein anderer Stauffenberg oder Georg Elser!?«

Gleichzeitig kommen Handke Zweifel. Sind seine Mordgefühle nicht die »ohnmächtigen Gewaltimpulsionen eines fernen Sehbeteiligten«? Würde er Karadžić tatsächlich töten, wenn er die Gelegenheit dazu hätte? Das Leid der Opfer steht für ihn außer Frage, aber kann er diesen »sorgfältig kadrier- ten, ausgeklügelten und eben wie gestellten Aufnahmen« trauen, die in den Zeitungen gedruckt werden? Handkes Wunsch, sich persönlich ein Bild zu machen, steht im Mittelpunkt der Winterlichen Reise und aller folgenden Expeditionen nach Serbien, Bosnien-Herzegowina und in den Kosovo.

Das gleiche gilt für die Sprachbilder, in denen die Zeitungen das Geschehen auf dem Balkan fassen. Ist der ausgebildete Psychiater Karadžić nicht nur ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher, sondern tatsächlich der durchgedrehte Dr. Seltsam, als den ihn die Medien zeichnen? Ein Hobbylyriker, der in mittelmäßigen Gedichten schon vor dem Krieg Sarajevo in Flammen aufgehen ließ und seine lyrischen Vernichtungsphantasien dann wie ein Nero in die Tat umsetzte?

Und was ist mit anderen Politikern wie Ibrahim Rugova, die als dichtende Staatsmänner gegen die Nichtdichter ausgespielt werden, fragt sich Handke 2002 in seinem Bericht zum Prozeß gegen Slobodan Milošević. Die französischen Zeitungen nennen den Präsidenten der Kosovo-Albaner einen »Gandhi des Balkans«, einen Schüler von Roland Barthes, der makelloses Französisch spreche. »Doch bis heute habe ich kein Gedicht Rugovas lesen können. Wo bleibt der Augenschein. Und wer oder was nimmt mir demnach mein Vorurteil? Denn ohne den Augenschein keine Befreiung.«

Wo bleibt der Augenschein? »Ich wollte so ein Gedicht von Karadžić lesen«, schreibt Handke Anfang 1996 in der Winterlichen Reise.118 Als er am 20. Dezember 1996 in Pale ankommt, ist Karadžić bereits vom Amt zurückgetreten und haust mit seinen Bodyguards in einer windschiefen, zugigen Baracke.

Auch Handke kommt mit einem Troß. Sein Freund Zlatko Bokocić, der Übersetzer Žarko Radaković und ein Suhrkamp- Angestellter begleiten ihn, als er Karadžićs Büro betritt. Der Montenegriner mit dem Quadratschädel und der wuchtigen Haartolle sitzt hinter einem riesigen Schreibtisch, auf dem zwischen Papierbergen eine Obstschale steht.

Ebenfalls dabei ist der Philosophieprofessor und Hegel- Experte Aleksa Buha, damals Außenminister der Republika Srpska, der Handke Karadžićs Einladung zu dem Treffen über- bracht hat. »Für mich war das ganz selbstverständlich, daß ich hingehe«, sagt Handke heute. »Man will die Geschichte ja verstehen, also geht man hin. Das würde ich jederzeit wieder machen.«

Karadžić erhebt sich von seinem Stuhl, begrüßt seine Gäste und läßt Sliwowitz einschenken…

Lesen Sie mehr in Malte Herwigs Handke-Biographie Meister der Dämmerung.

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Wer eine Biographie schreibt, besichtigt auch den einen oder anderen Tatort. Als ich Handkes Freund Hans Widrich im Sommer 2009 in Salzburg besuchte, zeigte er mit die Stelle, an der ein literarischer Mord stattgefunden hat. Der Erzähler in Peter Handkes  Der Chinese des Schmerzes erschlägt hier einen Hakenkreuz-Sprüher mit einem Stein und entsorgt die Leiche hinter diesem Fels:

“Für den Augenblick stand da der Rest eines Tempels im Urwald von Zentralamerika. Dann nahm der Felsen im Laternenlicht die Graufärbung eines Wespennests an, durchsiebt von schwarzen Schlupflöchern, die verlassen und zugleich belebt wirkten.”  (Der Chinese des Schmerzes)

Preisfrage: Wo findet sich dieser Tatort in Salzburg?

Tatort "Chinese des Schmerzes"

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