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Heute veröffentlicht DIE ZEIT exklusiv Auszüge aus den biographischen Quellen, die Peter Handke zu seinem neuen Werk Immer noch Sturm inspirierten. Handke hatte mir in Paris Einblick in die Feldpostbriefe und ein handschriftliches Studienbuch seines 1943 in Rußland gefallenen Onkels Gregor Siutz gewährt.

Als ich im Mai 2009 zusammen mit Handke in seinem Geburtsort Griffen unterwegs war, stellte er mich auch seinem 91jährigen Onkel Georg (“Jure”) Siutz vor, der mir slowenische Lieder vorsang, seine Urkunde als Schachmeister im kanadischen Kriegsgefangenenlager zeigte und auch sonst ganz fidel war. Georg Siutz hat als einziger der drei Siutz-Brüder den Krieg überlebt, Gregor und Hans fielen beide 1943.  Im Keller von Georgs Haus tauchten dann die Feldpostbriefe der Familie wieder auf, und Handke arbeitete sie in sein Theaterstück ein.

Gregor Siutz (geb. 1913) war Handkes Taufpate im Dezember 1942, wurde aber von seiner Schwester Ursula vertreten, da er im Feld lag. Er studierte von 1932 bis 1937 auf der Landwirtschaftsschule im slowenischen Maribor und fiel 1943 als Wehrmachtssoldat auf der Halbinsel Krim. Sein Buch über den Obstbau und die Feldpostbriefe wurden in Handkes Kindheit immer wieder im Kreis der Familie vorgelesen.

Handkes neues Theaterstück Immer noch Sturm handelt vom Widerstandskampf der Kärntner Partisanen gegen den Nationalsozialismus. Der Autor läßt darin zahlreiche Mitglieder aus seiner Familie verhüllt auftreten und zitiert aus diesen Feldpostbriefen wie aus einer Liturgie.

Todesanzeige Gregor Siutz, 1943

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Der designierte parteilose Hamburger Wirtschaftssenator Ian Karan hat in den Medien einen neuen Spitznamen weg: “Hamburgs Münchhausen” nennt ihn der Spiegel und mokiert sich über die “märchenhafte Fantasie”, mit der der  aus Sri Lanka stammenden Container-Mogul und hanseatische Mäzen “seinen Lebenslauf frisiert” habe. Vor der Senatswahl lägen “kleinere Korrekturen der Vita offenbar im Trend”, spottet die Financial Times Deutschland.

Ein investigativer Scoop, ein Beispiel von glänzendem Enthüllungsjournalismus der Hamburger Medien?

Äh… nein. Karan selbst ist vor seiner Wahl zum Wirtschaftssenator an die Öffentlichkeit gegangen, um reinen Tisch zu machen. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hatte er mehrere Falschbehauptungen richtiggestellt, die er in die Welt gesetzt hatte. Eine freiwillige Selbstanzeige also, das publizistische Äquivalent zu den Steuersündern, die – bevor sie ertappt werden – reinen Tisch machen und dafür auf Milde hoffen können.

Er habe für die Schulreform-Gegner gespendet, beichtete Karan, und den hanseatischen Ex-Senator Ronald Schill noch im Bürgerschaftswahlkampf 2004 finanziell unterstützt.  Auch habe ihn nicht die Bundeskanzlerin persönlich, sondern die Integrationsbeauftrage der Regierung Maria Böhmer aufgefordert, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.  Außerdem korrigierte Karan seine Aussage, er sei aufgrund seiner Proteste gegen den Vietnam-Krieg von der London School of Economics geflogen – tatsächlich war er ein ganz normaler Studienabbrecher, der dann über den Container-Handel zum Selfmade-Millionär aufstieg. Damit hat die deutsche Neid-Gesellschaft offensichtlich immer noch ihre Probleme .

Sicher: Karan hätte nicht flunkern dürfen. Doch hinter der Empörung steckt eine gehörige Portion Heuchelei, und manche Zeitung berichtet über Karans “frisierten Lebenslauf”, als hätte der Mann Urkunden gefälscht oder sich einen Doktortitel von der Freien Universität in Molwanien gekauft.

Vielleicht stellt sich ja noch heraus, das Karan 1970 in Hamburg nicht wirklich als Tellerwäscher angefangen, sondern nur Untertassen gespült hat. Dann werden manche Medien wieder mal ein Problem damit haben, daß sie etwas ohne Gegenrecherche übernommen  haben. “Lügen” werden erst einmal geschluckt, bevor sie gedruckt werden.

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Liebe Eltern höherer Töchter und Söhne, alle mal aufgepaßt: Sie wollen nur das Beste für Ihren Nachwuchs, richtig? Also haben Sie ihr Kind schon früh in einen internationalen Kindergarten gesteckt, es an allen Schulreformen vorbei auf ein altsprachliches Gymnasium bugsiert und auch für das Auslandsjahr in Übersee gesorgt.

Und trotz des etwas verkrampften Versuchs, regierungsamtlich bestellte „Elite-Universitäten“ aus deutschem Grund und Boden zu stampfen, glauben Sie natürlich, daß nur das Studium an einer englischen Kaderschmiede wie Oxford ihrem Nachwuchs eine angemessene Perspektive bietet.

Liebe Eltern höherer Töchter und Söhne, ich kann Sie nur warnen: Lesen Sie keinesfalls Carl von Siemens’ Roman „Kleine Herren“. Verhindern Sie um jeden Preis, daß dieses Buch in die Hände ihrer Kinder gerät. Drohen Sie ihnen notfalls damit, sie zu enterben. Continue Reading »

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Es ist das Thema des Sommerlochs: demnächst beginnt Google mit seinem Dienst Google Street View auch in Deutschland. Im Spiegel spottet der Autor Thomas Darnstädt über die Kritik von Datenschützern, die eine Verletzung der Privatsphäre befürchten. Er  unterstellt den Google-Kritikern “provinzielleFurcht vor der allgegenwärtigen Öffentlichkeit” und “lächerliche Angst vorm bösen Blick”.

Darnstädt dürfte also kein Problem damit haben, wenn sich demnächst die “allgegenwärtige Öffentlichkeit” die Fassade seines eigenen Hauses im Internet anschaut. Tatsächlich muß der Spiegel-Autor keine neugierigen Blicke befürchten: er selbst zieht es nämlich sicherheitshalber vor, ohne Straßenname im Telefonbuch zu stehen.

Diese Entscheidung ist sein gutes Recht. Aber warum macht er sich dann über die Angst anderer Menschen vor Verletzung ihrer Privatsphäre lustig?

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Wenn das der Steve wüßte. Der Spiegel hat geschafft, was die freie Welt für unmöglich hielt: blanke Busen auf dem iPad. Der Artikel “Verlust der Phantasie” im Ressort Gesellschaft beschäftigt sich ausführlich mit der Wirkung von “Oral- und Analsex”-Darstellungen im Internet auf die Jugend von heute. Als Illustration dazu bringt Der Spiegel unter anderem einen Screenshot der Website “Party-Sex”. Darauf sind die Gesichter der Frauen gepixelt… aber nicht die Brüste – auch in der iPad-App des Spiegels nicht. Was wohl St. Steve zum Sündenfall an der Brandstwiete sagen wird? Schließlich wird die Markteinführung des iPad in Deutschland zusammen mit der  Spiegel-App auf großen Plakaten beworben…

Denn Apple-Chef Steve Jobs ist kein Freund von Frivolitäten: Pornos sind auf dem iPad tabu. Nackte Haut soll es auf St. Steves Wundertafel so wenig geben wie in Kabul zur Taliban-Zeit. Also müssen Medien, die ihre Inhalte auf’s iPad bringen wollen, jeden Nippel überkleben. Auch BILD tut das, aber nicht nur beim Seite 1-Girl. Selbst die keuschen Damen in der Aldi-Werbung werden noch mit Sternchen zugekleistert. Die sonst nicht gerade zimperlichen Blattmacher üben sich angesichts der amerikanischen iPrüderie in vorauseilendem Gehorsam.  So lüstern sind die frechen Aldi-Girls… ui, ui, ui! Einen Bart hat sich Bild-Chefredakteur Kai Diekmann ja schon wachsen lassen – und wann kommt die virtuelle BILD-Burka, Kai?

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Futur II ist die neue Echtzeit des Journalismus: Alle berichten lange vorher, was jemand gesagt haben wird und was eine Untersuchung ergeben haben wird. Oder so, wie es die Nachrichtenagenturen gerade bei Köhlers Weihnachtsansprache machen. Die wird bekanntlich am 25. Dezember, also morgen gesendet. Aber dank ddp, Reuters und Co wissen wir heute schon, was das Staatsoberhaupt laut “vorab verbreitetem Redetext”  morgen “sagte”.

Deshalb mein Ratschlag, heute um 12.50h auf Deutschlandradio Kultur: Jetzt zurückschlagen! Schluß mit der Politik unterm Weihnachtsbaum. Drehen Sie den Spieß um und senden Sie Ihre eigene Weihnachtsansprache an den Bundespräsidenten.

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Auch das noch: Politik unterm Weihnachtsbaum – muss das sein? Es ist längst eine Binsenweisheit, dass das Private politisch ist, aber selten wird das so deutlich wie beim Weihnachtsfest. Bis ins alte Ägypten läßt sich die Tradition eines “Staatsweihnachtsfestes” zurückverfolgen, das in der Antike noch die Form eines Sonnenkults zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende im Dezember hatte.

Als das Christentum im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion wurde, beerbte die Kirche den antiken Sonnenkult: An die Stelle des von den Römern am 25. Dezember gefeierten Geburtstag des “sol invictus” trat die Geburt Christi, dessen Nachfolger auf Erden der Kaiser war.

Es war der Beginn eines staatlichen Weihnachtskultes, der im Laufe der Zeit immer deutlichere Züge annahm. Im 15. Jahrhundert trug der König selber zur Weihnachtsmette das Evangelium vor. Im 15. und 16. Jahrhundert pilgerten deutsche Herrscher nach Köln zu den Gebeinen der Heiligen Drei Könige. Heutige Regierungschefs in Bund und Ländern machen es sich leichter: Sie lassen am Dreikönigstag die Sternsinger zu sich kommen.

Die moderne, typisch deutsche Familienweihnacht entstand um 1800 als Fest des städtischen Bürgertums. Das neue Weihnachtsfest wurde ein privates Ritual für Haus und Heim und stand doch von Anfang an unter politischen Vorzeichen. Schon in den 1780er-Jahren vermutete der Volkskundler Lorenz Westenrieder, das solche allgemein gefeierten Feste “eines der sichersten, wirksamsten Mittel seyn dürften, den Gemeingeist der Staatsbürger zu wecken, zu beleben und anzufeuern”. Eine staatstragende Hoffnung, die bis heute aus jeder Weihnachtsbotschaft jedes Bundespräsidenten klingt.

Der Politik verdanken wir auch den Weihnachtsbaum. Er fand erst während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 weitere Verbreitung, nachdem die Heeresleitung in deutschen Lazaretten und Unterständen Weihnachtsbäume hatte aufstellen lassen. Im Ersten Weltkrieg schickten Familienangehörige den Soldaten im Feld Miniaturweihnachtsbäume. An der Heimatfront sorgten feldgraue Christbaumsoldaten aus Porzellan, Leder und Filz für kriegerische Feststimmung.

Dann kam die Massenkommunikation. 1923 verbreitete Reichskanzler Wilhelm Marx als erster Regierungschef einen Weihnachtsgruß per Rundfunk. Zwei Jahrzehnte später setzten die Nationalsozialisten den Reichsrundfunk als Instrument großdeutscher Weihnachtspropaganda ein, der an Heiligabend 1941 und 1942 per Liveschaltung von allen Kriegsfronten sendete: vom Atlantik bis Stalingrad, von Libyen bis zum Nordkap gaben Wehrmachtssoldaten Weihnachtsgrüße durch.

Als Ideologie mit eigener Heilslehre war der Nationalsozialismus darauf aus, die christliche Symbolik des Weihnachtsfestes durch ihr eigenes braunes Brauchtum zu ersetzen. Aus dem Weihnachtsbaum wurde der “Julbaum”, aus Nikolaus wurde Ruprecht, die Christrose mutierte zur Schneerose und statt des Sterns sollte ein Hakenkreuz die Baumspitze krönen.

Und doch, wie könnte es beim Fest der Hoffnung anders sein: Die hohe Politik kann sich nie ganz auf die Linientreue der feiernden Untertanen verlassen. 1914 kam es am Heiligabend in flandrischen Schützengräben zu spontanen Verbrüderungsszenen zwischen Engländern, Franzosen und Deutschen.

Das Weihnachtsfest mag der Familie gehören, aber gerade deshalb ist es auch ein politisches Stimmungsbarometer. Die besinnliche Atmosphäre gibt uns die Gelegenheit, die politische und wirtschaftliche Realität daran zu messen, was wir vom Fest der Liebe erwarten: soziale Sicherheit, Frieden, Harmonie.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wagen Sie dieses Jahr doch mal ein Weihnachtsansprachenexperiment. Schon Brecht träumte ja davon, den Radiohörer vom Empfänger zum Sender zu machen. Im Zeitalter des multimedialen Internet ist das kein Problem mehr. Also drehen Sie den Spieß um und senden Sie Ihre eigene Weihnachtsansprache an den Bundespräsidenten!

Zuerst gesendet im Deutschlandradio Kultur am 24. 12. 2009 (Audio: MP3 zum Nachhören)

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Die Vandalen sind der Inbegriff der Zerstörungswut. Eine grosse Ausstellung in Karlsruhe und eine Reise auf den Spuren des verrufenen germanischen Stammes nach Nordafrika zeigen jetzt: Die Barbaren lebten erstaunlich zivilisiert und manierlich.

Der Schrecken der alten Römer trägt Pilzkopffrisur und Hose. “Ein waschechter Vandale”, freut sich Harald Siebenmorgen und zeigt auf die Überreste eines großen Jagdmosaiks aus dem Karthago des frühen 6. Jahrhunderts, auf dem der dingfest gemachte Barbar wie ein antiker Superheld mit wehendem Umhang von links nach rechts reitet. Kein Wunder, denkt man sich angesichts des flotten Reiters, daß bereits Plinius der Ältere um 70 nach Christus in seiner Naturgeschichte von den “Vandili”, den “Gewandten, Beweglichen” schrieb.

Der Besuch im Nationalmuseum von Bardo in Tunis ist der Höhepunkt einer Reise auf den Spuren der Vandalen, zu der Siebenmorgen gemeinsam mit dem tunesischen Fremdenverkehrsamt geladen hat. Seit 18 Jahren ist er Direktor des Badischen Landesmuseums, unzählige Male hat er das nordafrikanische Land bereist und bereits vor fünf Jahren dem punischen Feldherrn Hannibal eine große Ausstellung gewidmet. Siebenmorgen, so scheint es, hat ein Faible für antike Bösewichte, am 24. Oktober sind die Vandalen dran. Dann beginnt in Karlsruhe die große Landesausstellung, die sich nicht weniger als die Ehrenrettung des übel beleumundeten germanischen Volksstammes auf die Fahnen geschrieben hat. Denn in jüngster Zeit entdecken Kulturhistoriker und Archäologen an dem verrufenen Barbarenstamm zunehmend zivile Seiten. Continue Reading »

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Georges Gespenster

Der George-Kreise nach des Meisters Tod – Ulrich Raulff erzählt in seiner Kreisbiografie eine Gespenstergeschichte für Erwachsene

Auch imaginäre Reiche können zerfallen. Bei Stefan George und seinem Kreis kann man den Beginn dieses Zerfalls genau datieren. In den frühen Morgenstunden des 4. Dezember 1933 tut der Dichter seinen letzten Atemzug. Von da an war das von George geschaffene „Dritte Reich“, anders als das ohne Anführungszeichen auskommende Machtgebilde Hitlers, den Jüngern überlassen.

Was dann geschah, beschreibt Ulrich Raulff als ziemlich atemberaubende Geschichte von Korruption und Zwist, als „schmutzige Ideengeschichte“ über den Streit um die Auslegung von Georges Botschaft. Andere Dichter mögen eine Wirkungsgeschichte haben, George hatte ein Nachleben. Die Bezeichnung als „Essay“ ist für ein Buch von mehr als 500 Seiten fast schon sittenwidrig, wäre da nicht der bewundernswert leichte essayistische Stil. Tatsächlich ist Raulffs Werk eine grandiose Art postumer Ideenbiografie. Continue Reading »

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Offline-Kandidaten im Netz

Warum der Wahlkampf auch im Internet nicht besser war, aber die Wähler trotzdem davon profitierten

Der beste Platz für einen Politiker, wusste Loriot, ist das Wahlplakat: „Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen“. Dass Plakate auch im Zeitalter von Email und Internet noch Aufmerksamkeit erregen können, zeigte im vergangenen Wahlkampf die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld, die mit ihrem Dekolleté und dem der Bundeskanzlerin unter dem Motto „Wir haben mehr zu bieten“ im Berliner Szene-Bezirk Kreuzberg um Stimmen buhlte.

Noch eine Spur krasser plakatierte die Kandidatin der Partei „Die Linke“, Halina Wawzyniak, im gleichen Wahlbezirk. Sie ließ sich von hinten in enger Jeans ablichten. Der sinnfreie Wahlspruch dazu: „Mit Arsch in der Hose in den Bundestag“. Dagegen wirken die farbenfrohen Comic-Plakate schon fast staatstragend, mit denen der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele seit Jahren das Direktmandat in Kreuzberg erringt.

Der „Busen-Wahlkampf“ (taz) bewies vor allem eins: Erlaubt ist, was Aufmerksamkeit erregt. Konnte der 2002 von der FDP veranstaltete Spaßwahlkampf um das „Projekt 18%“ noch als Ausrutscher gelten, erliegen heute immer mehr Politiker aller Parteien der Versuchung, um jeden Preis auffallen zu wollen. Denn inhaltliche Botschaften spielten im Wahlkampf 2009 kaum noch eine Rolle. Wenn sich selbst die Parteiprogramme nur wenig voneinander unterscheiden, wird der Wahlkampf zum Wahlkrampf und das Medium zur Botschaft. Continue Reading »

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